Ornament , von lateinisch ornamentum, "Schmuck", "Verzierung",
Bezeichnung für Verzierungen innerhalb eines Dekorationsschemas. Neben der dekorativen Funktion können Ornamente auch der Gliederung dienen bzw. symbolische Inhalte vermitteln. Die frühesten Ornamente bestehen meist aus sich wiederholenden abstrakten, oft geometrischen Zierformen, wie Dreiecksverzierungen (* Kerbschnitt), * Mäander, Kreisformen, Spiralen u. dgl. Später wurden auch vegetabile Motive einbezogen, z. B. * Palmetten, Ranken und * Akanthus.
Ornamente mit Muschelformen und * Voluten kennzeichnen das Barock, * Rocaillen-Ornament das Rokoko. Im Barock und Spätbarock steigerte sich die Ornamentik bis zur Überladenheit. Vom Historismus abgesehen, bevorzugten die folgenden Epochen (Klassizismus, Biedermeier, Jugendstil und Art Deco) wieder schlichtere Formen. Ein aus waagrecht verlaufendem Zierat bestehender Ornamentstreifen wird als * Fries bezeichnet. Vom 16.-19. Jh. verwendeten die Künstler bei der Herstellung von Orament häufig Vorlagen, so genannte * Ornamentstiche.
F. SALES MEYER, Handbook of Ornament, New York 1957; G. BANDMANN, Ikonologie des O. u. der Dekoration, in: Jahrb. der Ästhetik u. allg. Kunstwiss. 4, 1958/59; Zauber des O. Ausstellungs- u. Bestandskat. des Kupferstichkabinetts d. Staatl. Mus. zu Berlin, Berlin 1969; A. PÈQUÈGNOT, O. im Laufe der Jh. 150 O.stiche von der Renaissance bis zum Biedermeier, Wuppertal 1976 (Nachdr. d. Ausgabe von Paris 1875); G. IRMSCHER, Kleine Kunstgesch. des europ. O. seit der frühen Neuzeit 1400-1900, Darmstadt 1984.
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