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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Osterei . Gefärbte Eier galten im römischen Reich als Sinnbild für die Erschaffung von Leben und waren im römischen Reich beliebte Grabbeigaben.

Im Frühchristentum war das Ei eines der Symbole für die Auferstehung Christi, der aus dem verschlossenen Grab hervorging wie das Küken aus dem Ei. In dem Zusammenhang sind auch die gefärbten Ostereier zu sehen, die im Rahmen der Speisenweihe bei der hl. Messe am Ostersonntag gesegnet (benedictio ovorum) und danach zusammen mit anderen Gaben verschenkt werden. Sie galten als Lebenskraft spendend und waren bevorzugte Geschenke zwischen Liebenden und für Patenkinder.

Auf Bauernhöfen wurden die Eierschalen an das Vieh verfüttert. Der Hase gilt gleichfalls als Fruchtbarkeitssymbol und wird häufig als Osterhase, der die Ostereier bringt, in den Osterbrauch eingebunden (im deutschen Raum seit dem 18. Jh.). Schön bemalte und im allgemeinen "ausgeblasene", als Osterei dienende Hühnereier, werden vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz von Sammlern geschätzt. Es gibt spezielle Osterei-Börsen, wo Ostereier gekauft oder getauscht werden können. Auf Ostereier in Form besonders aufwendiger Goldschmiedearbeiten spezialisiert war die Firma * Fabergé.

E. MOGK, Das Ei im Volksgebrauch u. Volksglauben, in: Zeitschr. d. Vereins f. Volkskunde XXV, 1915; F. KLUGE, Die O. in Dtl., in: Archiv f. Religionswiss., Bd. XXII, 1923/24; A. JACOBY, Zur Gesch. d. O., in: Zeitschr. d. Vereins f. Volkskunde XXVIII, Gießen 1929; A. BECKER, O. u. Osterhase, Jena 1937; O., Kat. Zürich 1974; E. POLAK, Bunte Eier aus aller Welt, Dortmund 1980; R. VOSSEN u. a., O. Osterbräuche. Vom Symbol des Lebens zum Konsumartikel, Hamburg 1987.


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