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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Pagode , die,

1) in O- und SO-Asien gebräuchlicher, sich nach oben zu verjüngender Turmbau mit quadratischer oder vieleckiger Grundfläche. Vor allem bei chinesichen Pagoden sind die einzelnen Stockwerke durch vorspringende Dächer oder vorkragende Gesimse betont; frühe Beispiele stammen aus dem 6. Jh. n. Chr. Bei Pagoden handelt es sich meist um Tempel oder Reliquienbauten des buddhistischen Kultus. Als Vorbild diente der aus vorbuddhistischen Grabmälern entwickelte indische Stupa. Manchmal stehen zwei, drei oder mehr Pagoden als Gruppe knapp nebeneinander. Eine Sonderform der Pagode ist die lamaistisch beeinflusste Flaschenpagode. Als Baumaterial finden Holz, Ziegel, Steine, manchmal auch Bronze Verwendung. Im 18. Jh. waren Nachempfindungen von Pagoden in Gartenanlagen beliebt und bildeten auch ein Hauptmotiv bei * Chinoiserien.

2) Die Pagode oder der Pagode, ostasiatisches Götterstandbild, eine sitzende Gottheit darstellend.

3) Die Pagode oder der Pagode, veralteter Ausdruck für eine kleine sitzende Porzellanfigur mit beweglichem Kopf, auch Wackelpagode genannt.

4) In Ostindien bis 1800 gebräuchliche Goldmünze.

Lit. 1): E. BOERSCHMANN, Chin. P., Teil 1, Berlin, Leipzig 1931; H. G. FRANZ, P. - Turmtempel - Stupa. Studien zum Kultbau d. Buddhismus in Indien u. Ostasien, Graz 1978.

Lit. 3): H. BRÄUTIGAM, Der Wackelpagode. Seine chines.-japan. Doppelvaterschaft, in: Kunst u. Antiquitäten 12, 1991. Lit. 4): R. KLIMPERT, Lex. d. Münzen, Maße, Gewichte, Berlin 1896.


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