Pala d'Oro , italienisch, "Goldene Tafel",
Ein zweiteiliges 3,15 m breites und 2,10 m hohes Altarretabel im Dom San Marco zu Venedig, das 1105 im Auftrag des Dogen Ordelafo Falier angefertigt wurde. Nachdem in die Pala d'Oro die aus der Beute des 4. * Kreuzzuges stammenden aufwendigen Emailarbeiten eingefügt worden waren und venezianische Goldschmiede - einer von ihnen war Bonensegna - die durch die Neugruppierung erforderliche Rahmung fertiggestellt hatten, wurde an ihr nach 1345 nichts mehr verändert.
Die Pala d'Oro gilt als eines der Hauptwerke byzantinischer Emailkunst und besteht aus 83 Emailplatten sowie 137 Emailmedaillons. Eingesetzt sind sie in Gold- und Silbertreibarbeit, verziert mit edlen Steinen und Perlen, einer Meisterleistung gotischer Goldschmiedekunst. Die Emailarbeiten werden zum Teil in das 10. Jh. datiert, wobei diese frühen Objekte vielleicht von der 976 für den Dogen Pietro Orseolo gefertigten Pala d'Oro stammen, über die heute nur mehr wenig bekannt ist; es könnte sich aber auch um Beutestücke handeln.
Weitere byzantinische Emailarbeiten entstanden Anfang und manche Ende 12. Jh., vermehrt um venezianische Emailarbeiten aus dem 14. Jh.
W. BUCHER, Die Zellenschmelze der Pala d'Oro zu San Marco in Venedig, Diss. Breslau 1933; G. LORENZONI, La Pala d'Oro di S. Marco, Florenz 1965; O. DEMUS, Zur P., in: Jahrb. d. Österr. Byzantinistik 1967; M. E. FRAZER, The P. and the cult of St. Mark in Venice, in: Akten zum XVI. Internat. Byzantinisten-Kongress II/V. Jahrb. d. Österr. Byzantinistik 32/5, 1981; S. BETTINI, Venedig, die P. u. Konstantinopel, in: Der Schatz v. S. Marco in Venedig, Kat. Köln 1984.
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