Palimpsest , griechisch, "wieder abgekratzt",
Bezeichnung für das Entfernen einer Schrift von * Pergament, seltener von * Papyrus, durch Abwaschen, Abreiben mit Bimsstein oder Abschaben sowie das Neubeschreiben des Schriftträgers. In der Kunst ist dafür auch der lateinische Terminus Codex rescriptus ("wiederbeschriebene Handschrift") üblich. Die Praktik, nicht mehr aktuelle Texte zu löschen und den Schriftträger ein zweites oder auch ein drittes Mal (Codex ter rescriptus) zu verwenden, war im Mittelalter aus Sparsamkeitsgründen gebräuchlich. Mit Hilfe der Fluoreszenzphotographie kann der Originaltext manchmal wieder sichtbar gemacht werden. Z. B. hat sich Ciceros Werk "De re publica" (Über den Staat) auf die Weise wiedergefunden.
W. WATTENBACH, Das Schriftwesen im MA, Leipzig 1896, Neuaufl. Graz 1958.
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