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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Artes liberales , seit dem Altertum üblicher Terminus für die "Sieben freien Künste", d. h. die Bildungsziele der freien Bürger.

Der Terminus war auch im Mittelalter für die Ausbildung des freien Mannes üblich, der nicht auf materiellen Broterwerb angewiesen war. Die von Martianus Capella stammenden Schrift "De nuptiis Mercurii et Philologiae" (Von der Hochzeit Merkurs mit der Philologie) aus dem 5. Jh. n. Chr. überliefert die Disziplinen des Bildungswesens der Antike. Das Mittelalter übernahm die Artes liberales. An den Universitäten wurden sie in die drei unteren Fächer, das Trivium, zu deutsch "Dreiweg" (Grammatik, Dialektik, Rhetorik), und in die vier höheren Fächer, das so genannte Quadrivium, zu deutsch "Vierweg" (Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie), unterteilt. Als Symbol für die Artes liberales diente oft eine siebensprossige Leiter. In der Bildenden Kunst findet man die Artes liberales meist personifiziert dargestellt und im Allgemeinen mit folgenden Attributen und Beifiguren versehen:
  • 1. Grammatik, mit Rute und Kindern, als * Assistenzfigur der römischen Grammatiker Aelius Donatus. 

  • 2. Dialektik, mit Schlange, an den Fingern die Argumente zählend, manchmal mit Aristoteles dargestellt. 

  • 3. Rhetorik, mit * Redegestus, häufig begleitet von Cicero. 

  • 4. Arithmetik mit * Rechenbrett, häufig mit Pythagoras wiedergegeben. 

  • 5. Geometrie, mit Zirkel und Winkelmaß, bisweilen zusammen mit Euklid dargestellt. 

  • 6. Musik, mit Instrumenten, keine Beifigur überliefert. 

  • 7. Astronomie, mit * Sternenglobus oder * Astrolabium, als Assistenzfigur fungiert meist der alexandrinische Astronom und Mathematiker Ptolemäus. 
Die mit geistiger Tätigkeit in Verbindung stehenden Artes liberales waren ausschließlich "freien" Personen vorbehalten. Die mit körperlicher Arbeit verbundenen* Artes mechanicae, die "mechanischen Künste", durften dagegen von allen ausgeübt werden. Im Mittelalter waren Streitgedichte über den Rangstreit zwischen Artes liberales und * Artes mechanicae beliebt.

P. d'ANCONA, Le rappresentazioni allegoriche delle arti liberali nel medioevo e nel Rinascimento, in: L'Arte V, 1902; A. KATZENELLENBOGEN, The Representation of the Seven Liberal Arts, in: Twelfth-Century Europe and the Foundations of Modern Society, Hg. M. Clagett, Madison/Wis. 1961; J. F. KÜHNERT, Allgemeinbildung und Fachbildung in der Antike, Berlin 1961; C. KING, A.  and the mural decoration on the house of F. Floris, Antwerpen, ca. 1565, in: Zeitschr. für Kunstgesch. 52, H. 2, 1982; J. TEZMEN-SIEGEL, Die Darstellungen der Septum artes liberales in der bild. Kunst als Rezeption der Lehrplangesch. (Diss. München 1983), München 1985.


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