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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Art nouveau , franz., "neue Kunst".

Bezeichnung für die betont * floralsymbolistische französische Spielart des in den 80er Jahren des 19. Jh. entstandenen Kunststils, der bis zum Beginn des 1. Weltkrieges (1914) währte und im deutschsprachigen Raum * Jugendstil genannt wird. Übernommen wurde der Ausdruck von dem Ladenschild "La Maison de L'Art Nouveau" der 1895 in Paris eröffneten und von H. V. de * Velde eingerichteten Galerie des Kunsthändlers * Samuel Bing. In dem Geschäft wurden keine antiken, sondern nur zeitgenössische, vor allem fernöstliche Kunstwerke angeboten. Erstmals verwendet haben soll die Bezeichnung Art nouveau 1894 der Künstler H. V. de Velde in seiner Skizze "Déblaiement d'art". In Frankreich hieß der Stil unter Bezugnahme auf das englische * Arts and Crafts Movement, dessen Ideen bald die gesamte europäische Kultur beeinflussten, im Allgemeinen "Style Anglais" (engl. Stil). Es gibt noch einige andere Namen für den franz. Jugendstil, z. B. "Style 1900", "Style naturiste", "Style Métro" und "Style Guimard" (nach dem Gestalter der Pariser Métro-Stationen). Heute kaum noch bekannte zeitgenössische Bezeichnung wie "Style Nouille" (Nudelstil) und "Style Coup de Fouet" (Peitschenstil) bezogen sich abwertend auf die damals als ungewöhnlich empfundenen Gestaltungsformen. Der in Deutschland übliche Name Jugendstil leitet sich von der in München gedruckten Zeitschrift "Die Jugend" ab. In Wien formierte sich zu der Zeit eine Gruppe von * Avantgardisten zur * Sezession, und schuf die als Sezessionsstil bezeichnete Richtung des Jugendstils. In England war der "Modern Style" (* Artsand Crafts Movement ) das Pendant zum französischen Art nouveau und in Amerika der "Tiffany Style", benannt nach L. C. * Tiffany, dem amerikanische Hauptvertreter der Stilrichtung. Die vergleichbaren Strömungen in Italien waren der "Stile Nuovo" und der "Stile Liberty", benannt nach dem Kunsthändler Sir Art nouveau L. * Liberty, dessen Londoner Geschäft vor allem nach Italien exportierte. In Spanien gebräuchlich waren die Ausdrücke "Arte Joven", "Arte Modernista" und "Arte Gaudí", nach dem Architekten Antonio Gaudí. Die dem Art nouveau bzw. dem Jugendstil verbundenen Künstler lehnten vor allem den * Historismus ab. Der Art nouveau fand seinen Ausdruck aber nicht nur in der Kunst, sondern er veränderte das Weltbild ganz allgemein in Richtung Modernisierung und umfasste alle Bereiche des Lebens. Charakteristisch für die fast alle Sparten der Kunst und des Kunstgewerbes erfassende Stilrichtung ist eine neue, zweckmäßige Gestaltungsweise mit harmonisch geschwungenen, fließenden Formen. Als Dekor waren lineare Muster, Pflanzenranken, Blumen (Seerosen, Iris etc.), Frauenfiguren mit langem wallendem Haar und die Farben Weiß, Blau und Grün besonders beliebt. Zu den Hauptvertretern des franz. Art nouveau zählten * Gallé (Gläser), * Lalique (Schmuck) und H. de Toulouse-Lautrec (Plakate).

H. F. LENNING, The Art nouveau, Den Haag 1951; Um 1900. A. und Jugendstil, Kat., Zürich 1952; S. T. MADSEN, Sources of A., Oslo 1956; R. KOCH, The Poster Movement and A., in: Gazette des Beaux-Arts 44, 1957; P. SELZ, M. CONSTANTINE, A. Art and Design at the Turn of the Century, New York 1959; R. SCHMTZLER, A. - Jugendstil, Stuttgart 1962; R. HAMANN, J. HERMAND, Stilkunst um 1900, München 1973; A. und Jugendstil, Kat., Kiel 1970; S. WICHMANN, Jugendstil - A., München 1977.


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