Paradies , von altpersisch-avestisch pairi-daeza und von griechisch paradeisos, "umwalltes Gehege", "umfriedeter Garten",
1) in vielen Religionen der Vergangenheit und Gegenwart angenommene Stätte des Friedens und Glücks. Es werden Verhaltensweisen vorgeschrieben, die während des Lebens beachtet und eingehalten werden müssen, um nach dem Tod ins Paradies zu gelangen. Nach jüdischer und christlicher Offenbarung lebten Adam und Eva bis zum Sündenfall einträchtig mit wilden und zahmen Tieren im Paradies, dem alttestamentlichen "Garten Eden". Nach dem verbotenen Genuss einer Frucht vom Baum der Erkenntnis wurden Adam und Eva auf Befehl Gottes durch den Erzengel Michael aus dem Paradies vertrieben (* Genesis 2-3). Im Dogenpalast von Venedig befindet sich ein von Tintoretto stammendes Wandgemälde mit einer Darstellung des Paradieses, das mit einer Länge von 22 m und einer Höhe von 7 m als das größte existierende Wandgemälde eines alten Meisters gilt.
2) Vorhof frühchristlicher Basiliken, in dem der Reinigungsbrunnen stand.
Lit. 1): J. FLEMMING, Gärten der Ewigkeit, in: Das Münster 19, 1966; H. M. v. ERFFA, Ikonologie der Genesis. Die christl. Bildthemen aus dem AT u. ihre Quellen I, München 1989.
Lit. 2): L. JOUTZ, Der mittelalterl. Kirchenvorhof in Dtl., Diss. Berlin 1936.
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