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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Pastell , von italienisch pastello, "Buntstift", "Pastellmalerei",

Bezeichnung für eine mit weichen Farbstiften (Pastellstiften) trocken hergestellte Zeichnung auf meist rauhem Zeichenpapier. Bis zum 20. Jh. wurde als Bildträger meist farbig getöntes Papier, in früherer Zeit auch * Pergament verwendet, von dem die Farben durch Wegkratzen mit dem * Federmesser "ausradiert" werden können (* Palimpsest). Die in Italien schon im 16. Jh. bekannten Pastellstifte (Kunstkreiden) wurden durch Vermengung von pulverisierter * Kreide und * Pigmenten mit wasserlöslichen Bindemitteln (* Gummiarabikum, * Ichthyocolla, * Tragant u. dgl.) bzw. durch Einbringen dieser Masse in röhrchenartige Formen hergestellt. Durch Schrumpfen beim Trocknungsprozess ließen sich die stiftförmigen Farben leicht aus den Hohlformen lösen. Aufgrund der Trockentechnik ist es beim Pastell möglich, die Farben neben- und übereinander aufzutragen.

Da ganz wenig Bindemittel Verwendung fand, ließen sich die aus feinem Farbstaub bestehenden Pastellzeichnungen durch Berühren leicht verwischen. Sie wurden deshalb "fixiert", was anfänglich durch Milch u. dgl., später mit Hilfe von Harzlösungen geschah. Jetzt wird bei der Herstellung der Pastellstifte Wachs als Bindemittel verwendet (Wachskreiden), was die Zeichnungen wischfester macht. Die seit dem 19. Jh. in Form der so genannten Buntstifte in den Handel gekommenen Pastellfarben werden heute wegen ihrer einfachen Handhabung vor allem von Kindern verwendet.

R. GRÄG, Das Pastell im 18. Jh.: zur Vergegenwärtigung eines Mediums, Diss. München 1982; G. MONNIER, Das Pastell, Genf 1984; Ch. STONES, Malen mit Pastell, Freiburg i. Br. 1984; F. SALZMANN, Alles über P. und wie man damit malt: Farbmittel, Malgrund u. richtige Anwendung, Ravensburg 1986; American Pastels in The Metropolitan Museum of Art, 1880-1930, Kat. New York 1989.


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