Pastorale , von lateinisch pastor, "Hirte",
1) idealisierte Darstellung einer Schäferszene oder eines ländlich-romantischen Motivs mit weidenden Tieren. Diese schon in der Antike bei Wandmalereien bekannten * Idyllen wurden in der Renaissance neu belebt. Ihren Höhepunkt erlebte die Pastorale dann im Barock und Rokoko (* Fêtes galantes), in Anlehnung an die beim Adel beliebten Schäferspiele. Oft ist im Hintergrund ein kleiner Tempel zu sehen, im ausklingenden Rokoko auch eine * Ruinendarstellung.
2) Operngattung, basierend auf gesprochenen Schäferstücken der Wanderbühnen. Die auf das 16. Jh. zurückgehenden Stücke erfreuten sich vor allem im 17./18. Jh. großer Beliebtheit. Manche dieser Romanzen werden noch heute aufgeführt, z. B. "Daphne" von R. Strauss.
3) Den Hirten-Schalmeien nachempfundene Instrumentalmusik im 6/8 Takt.
4) Hirtenstab, * Abt- und * Bischofsstab, als Zeichen des hohen Amtes. Andere Namen dafür sind * Pedum, und, abgeleitet von der Form des Oberteils, * Krummstab.
Lit. 1) U. CHRISTOFFEL, Ital. Kunst. Die P., Wien 1952; K. BERNHARDT, Idylle. Theorie, Gesch., Darstellung in der Malerei 1750-1850, Köln, Wien 1977.
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