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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Pate sur pâte - Pâte sur pâte
, französisch, "Paste auf Paste", Bezeichnung für "Schlickermalerei".

Im Unterschied zu dem farbigen Porzellan oder Steingut ist der verwendete * Schlicker meist sehr hell, manchmal auch weiß. Zur Herstellung von Ornamenten füllte man den Schlicker früher in ein angebohrtes Kuhhorn und zeichnete mit dem austretenden fadenförmigen Strahl Ornamente auf die Keramiken. Später wurde das Rinderhorn durch ein Gefäß mit eingesetztem Gänsefederkiel ersetzt, aus dem der Schlicker in ca. 1 mm starkem Fluss austrat ("Spritzsack"). Reliefartig ausgeführter, aufwendig gestalteter Dekor, etwa in Form von Figuren, wird mit Hilfe von Pinseln aufgetragen. Die Menge des Auftrages entscheidet über die Stärke der (auch nach dem Brennen reliefartig erhöhten) Schicht des Schlickers sowie darüber, ob der Untergrund durchscheint oder nicht. Das sich am Chinaporzellan orientierende Verfahren wurde seit den 50er Jahren des 19. Jh. zuerst in Sèvres, in der Folge auch von anderen europäischen Manufakturen, beispielsweise von * Wedgwood, und vor allem von Betrieben angewendet, die auf so genannte bäuerliche Keramiken spezialisiert waren.

B. MUNDT, P. in Berliner Museen, NF XXIII, 1973; G. WEISS, Alte Keramik neu entdeckt, Ullstein Sachbuch, Augsburg 1985.


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