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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Paulus , lateinischer Name mit der Bedeutung "der Kleine". Vor seiner Bekehrung hieß Paulus Saulus (hebräisch, "der Erbetene").

Der um 10 n. Chr. geborene und im Jahr 67 gestorbene Heilige wird als "Heidenapostel" bezeichnet und stammte aus einer strenggläubigen Familie von * Pharisäern, die dem Stamm Benjamin aus Tarsus (Kilikien) angehörte. Von seinem Vater erlernte Saulus das Handwerk des Zeltteppichwebers und erbte das römische Bürgerrecht. Im Alter von etwa 20 Jahren kam Saulus nach Jerusalem, um in die Tempelakademie einzutreten und Rabbiner zu werden. Zu der Zeit entwickelte er sich zum Gesetzesfanatiker.

Dem NT nach (Apostelgeschichte 7, 54 - 8,1) war es der Jüngling Saulus, der die Oberkleider der Männer bewachte, die den Märtyrer * Stephan steinigten. Erfasst von fanatischem Hass gegen die Jünger des Herrn, ging Saulus auch zum Hohenpriester und erbat sich von ihm Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er dorthin geflüchtete Christen aufspüren und als Gefangene zurückbringen könne. Auf dieser Reise wurde er von einem gleißenden Licht umstrahlt. Zu Boden gestürzt, hörte er eine Stimme fragen: "Saul, Saul, warum verfolgst du mich?" Daraufhin soll er drei Tage lang blind gewesen sein, bis Ananias, ein Jünger Christi, eine Vision hatte und ihm seine Hände auflegte.

Saulus wurde dadurch bekehrt, erhielt bei der Taufe den Namen Paulus und predigte fortan das Christentum (NT, Apostelgesch. 9, 1-19). Missionsreisen führten ihn im Namen Jesu nach Zypern, Syrien, Makedonien, Phrygien und Korinth. Da Paulus die Heidenchristen nicht dem mosaischen Gesetz (* Beschneidung, Reinheitsvorschriften usw.) unterwerfen wollte, traten Konflikte zwischen ihm und den Judenchristen (* Petrus) auf. Dieses Thema ist z. B. als Mosaik in Rom, S. Sabina, dargestellt. Nach seiner Gefangennahme in Jerusalem brachte man Paulus nach Rom, wo er vermutlich unter Kaiser Nero enthauptet wurde. Sein Attribut ist deshalb das Schwert, manchmal auch eine Schriftrolle oder ein Buch, als Hinweis auf die Paulus-Briefe, in denen Paulus die Lehre Jesu darlegte. Dargestellt wird Paulus seit dem 4. Jh. kahlköpfig, mit kurz gelocktem Bart, im Mittelalter dann stets mit langem, spitz auslaufendem Bart. Die so genannte "Bekehrung Pauli" ist ein beliebtes Motiv der christlichen Kunst. Wiedergegeben wird Saulus/Paulus meist neben seinem Pferd am Boden liegend, umringt von Bewaffneten, die ihm zur Gefangennahme der Christen zugeteilt worden waren, und am Himmel die Gestalt Jesu oder die heilige * Dreifaltigkeit als Erscheinung.

Die wohl bekannteste Darstellung des Motivs stammt von Michelangelo, aber auch Elfenbeinkünstler nahmen sich des Themas an. Bekannt ist davon das im Bayer. Nationalmuseum aufbewahrte Elfenbeinrelief von A. Leoni.

E. v. DOBSCHÜTZ, Das P.-Bild in der Kunst, in: Forschungen u. Fortschritte 7, 1931; S. HOHENSTEIN, Die Ikonographie der Bekehrung P., Diss. Freiburg/Breisgau 1956; J. C. HAMPE, P., Berlin 1970.


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