Pentheus , griechisch, "der Schmerzensreiche", in der griechischen Mythologie der Sohn des Echion und der * Agaue, Nachfolger des * Kadmos als König von Theben.
Pentheus war ein Gegner der ausgelassenen Feiern zu Ehren des Gottes * Dionysos, die er als einen der Gründe für das erstarkende Selbstbewusstsein der Frauen und deren zunehmende Kritik an der großteils homophilen Kriegerkaste ansah. Zur Strafe weckte der Gott in Gestalt eines Priesters die Neugierde des Königs und riet ihm zum heimlichen Besuch eines der Kultfeste, an denen Männer nicht teilnehmen durften. Dabei wurde Pentheus von den durch Tanz und berauschende Getränke in Ekstase versetzten Frauen, im Glauben, er sei ein wildes Tier, mit bloßen Händen getötet. Weiters wird berichtet, dass Pentheus den Gott Dionysos gefangennehmen ließ und ihn seiner weiblichen Züge wegen verhöhnte. Der Gott verleitete ihn deshalb, an den Dionysien heimlich teilzunehmen. Anderen Quellen zufolge war Pentheus beim Versuch, den Gott persönlich gefangenzunehmen, von den * Mänaden zerrissen worden. Seine Mutter Agaue soll auch unter den Rasenden gewesen sein, ihren Sohn aber nicht erkannt und in Ekstase sein abgetrenntes Haupt im Triumph getragen haben. Bekannte Darstellungen des tragischen Geschehens sind ein römisches Wandgemälde im Haus der Vettier, Pompeji, und ein 1864 entstandenes Gemälde von Marc-Gabriel-Charles Gleyre, im Kunstmuseum Basel.
L. CURTIUS, P., in: 88. Winckelmannsprogramm, Berlin 1929; L. CURTIUS, Die Wandmalerei Pompejis, Leipzig 1929; K. SCHEFOLD, Die Göttersage in der klass. u. hellenist. Kunst, München 1981.
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