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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Pergament . Der Name wird auf die für ihre Pergamenterzeugung bekannte Stadt Pergamon (heute türkisch Bergame) zurückgeführt, eines der bedeutendsten römischen Kulturzentren (Bibliothek von Pergamon) in Kleinasien. Als Schriftträger war Pergament in Europa seit dem 4. Jh. n. Chr. allgemein gebräuchlich, wobei erste Versuche gebietsweise schon um 180 v. Chr. erfolgten. Plinius (gest. 79 n. Chr.) berichtet in seiner Naturalis historia III, 70, dass die Ptolemäer einen Ausfuhrstopp für * Papyrus verhängten, um den Aufbau einer Konkurrenzbibliothek durch Eumenes III. (197-158 v. Chr.) zu verhindern und so das Monopol ihrer eigenen Bibliothek in Alexandria zu schützen, die als die größte Bibliothek des Altertums galt.

Auf der Suche nach geeigneten Schriftträgern setzte sich schließlich das Pergament durch. Bei der Fertigung von Pergament wurden die Häute von Kälbern, Schafen und Ziegen zunächst drei Tage in einer scharfen Kalklauge gebeizt, dann enthaart, in Rahmen gespannt, auf beiden Seiten mit scharfen Messern abgeschabt und trocknen gelassen. Die so präparierten Häute sollen danach durch den leichten Auftrag speziell behandelter Öle geschmeidig gemacht worden sein, bevor sie mit Kreide eingerieben und mit Bimsstein geglättet wurden. Löcher und Hautrisse können durch Unterkleben von Pergamentstücken mit Pergamentleim und anschließendem Pressen ausgebessert werden; ebenso wurden mehrere Pergamentbahnen aneinandergefügt.

Ursprünglich verwendete man Pergament wie den Papyrus in Rollen, * Volumen oder Schriftrollen genannt. Erst in der Zeit vom 4.-6. Jh. wurde Pergament in Bogenform zugeschnitten. (Die * Exsultetrollen und die * Thora blieben als Schriftrollen gebräuchlich.) Wenn eine Vielzahl von Pergamentbögen miteinander zu einem Buch verbunden ist, spricht man von einem * Codex. Da sich Pergament durch Feuchtigkeit leicht wellt, wurden die * Bucheinbände bis zum 16. Jh. mit * Buchschließen zusammengespannt.

Aus Sparsamkeitsgründen war es im Mittelalter üblich, nicht mehr benötigte Beschriftungen vom Pergament durch Abwaschen oder Abschaben zu entfernen, um die neuerliche Verwendung des Material zu ermöglichen (* Palimpsest). Sehr feines, geschmeidiges Pergament wird "Velin" genannt. Der bei Dokumenten oft umgeschlagene und dadurch verstärkte Rand des Pergaments, durch dessen Lochung Schnüre oder Riemen zur Aufnahme der * Siegel gezogen wurden, heißt lat. Plica, "Falte".

K. J. LÜTHI, Das Pergament. Seine Geschichte, seine Anwendung, Bern 1938; L. SANTIFALLER, Beitr. zur Gesch. der Beschreibstoffe im MA, Wien, Graz, Köln 1953; P. RÜCK (Hg.), P. Gesch. Struktur. Restaurierung. Herstellung heute, Sigmaringen 1992.


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