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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann
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Perlmutter , die/das, von mittellateinisch mater perlarum, "Mutter der Perlen",
* Irisierende, glänzende Innenschicht der Schalen von Weichtieren, besonders von Muscheln und einiger Arten von Meeresschnecken. Da Perlmutter chemisch zu 98 % aus * Aragonit und nur 2 % aus organischer Substanz (Konchyn) besteht, ist es sehr hart (* Härte 3,5). Durch das Konchyngeflecht erfolgt der Aufbau der Schale. Der Wechsel von Konchyn- und Aragonitschüppchen bewirkt, dass auffallendes Licht verschieden durchgelassen, gebrochen und reflektiert wird und dadurch in allen Regenbogenfarben schimmert, d. h. irisiert.
Mit Ausnahme einer im Mittelmeer vorkommenden Art leben die Seeperlmuscheln in warmen Gewässern. Das beste Perlmutt und die schönsten Naturperlen liefert die so genannte "Echte Perlmuschel" (* Perle). Die Farbnuancen des Perlmutters sind nach Muschelart verschieden. Perlmutt war schon in der Antike als Material für Einlagen gebräuchlich. Im Mittelalter wurde Perlmutter bevorzugt für Anhänger und die Vorderfront von * Kusstafeln verarbeitet, in Renaissance und Barock diente es vor allem für * Marketerien und * Intarsien, z. B. in Form gravierter Einlagen in Kassetten, Möbeln, Musikinstrumenten, Schäften von Schusswaffen (* Armbrust, * Vorderlader) etc. Bei * Fächerstäben war neben Elfenbein auch Perlmutt als Verarbeitungsmaterial in Mode.
G. E. PAZAUREK, Perlmutter, Berlin 1937; C. I. A. RITCHIE, Shell Carving. History and Techniques, South Brunswick, New York, London 1974.
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