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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann
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Ashcan School , Ash can Group, engl., "Mülltonnen-Schule".
1908 in New York gegründete und für die Entwicklung des amerikanischen Realismus wichtige Künstlergruppe. Die Bezeichnung Ashcan School wurde von konservativen Konkurrenten aufgebracht, blieb dann aber als Markenname erhalten. Die Künstler selbst nannten sich ursprünglich "The Eight" (* Die Acht). Die Gründungsmitglieder waren Arthur B. Davies, William J. Glackens, Robert Henri, Ernest Lawson, George Luks, Maurice Prendergast, Everett Shinn und John Sloan. Später schlossen sich noch andere Künstler der Gruppe an, z. B. Reginald Marsh. Ihre realistische Darstellungsweise des Großstadtalltags (Slums mit Betrunkenen, die zwischen Mülltonnen schlafen, Gassenjungen, Unfälle etc.) fand zunächst keinen großen Anklang. So wurden z. B. entsprechende Bilder der Maler W. Glackens, G. Luks und E. Shinns 1907 von der Nat. Academy of Design nicht angenommen. Im Februar folgenden Jahres stellten die genannten Künstler, gemeinsam mit den anderen Malern der Gruppe "The Eight", mit großem Erfolg in der Macbeth Gallery in New York aus. Als Markenzeichen diente ihnen das von Henri stammende, im Foyer der Ausstellung hängende Bild eines Gassenjungen, "The Laughing Boy" (Der lachende Bub). Die acht Künstler stammten alle aus Philadelphia und waren um 1904 nach New York gekommen. Prägend für die Ashcan School waren vor allem R. Henri und J. Sloan, die bei Th. Eakins an der Academy of Fine Arts in Pennsylvania studiert hatten und dessen naturnahe Lehre und realistische Einstellung weitergaben. Fast alle der Gruppe arbeiteten auch als Pressezeichner. J. Sloan setzte sich mit seinen künstlerischen Arbeiten vor allem für die sozialistischen Arbeiter ein und zählte 1911 zu den Gründern der gesellschaftskritischen Zeitschrift "The Masses" (Die Massen), in der viele politisch orientierte Graphiken veröffentlicht wurden. R. Henri und G. Bellows lehrten seit 1912 an der Ferrer-School. Auch sie widmeten ihre künstlerischen Tätigkeiten der Verbesserung der Lebensumstände der Arbeiterklasse.
R. Henri and His Pupils, Kat., New York 1946; M. SHARP YOUNG, The Eight. The Realist Revolt in American Art, Harvard, Cambridge/Mass. 1977.
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