Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen.  
 Volltextsuche: nur in der Begriffsliste suchen

Physiologus (griechisch physiologos), lateinisch, "Naturkundiger",

Griechische Handschrift mit 42 mythologisch-zoologischen Abhandlungen über Tiere sowie vier Kapiteln über Steine und zwei Betrachtungen über Pflanzen. Die Urfassung des Physiologus entstand vermutlich im 2. Jh. in Alexandria. Da sich das Buch besonders eingehend mit den Tieren befasst, trägt die im 4. Jh. n. Chr. entstandene lateinische Übersetzung den Titel "Bestiarium". Der unbekannte Autor beschreibt Aussehen und Eigenschaften von Fabel- sowie tatsächlich existierenden Tieren und stellt einen Zusammenhang mit der christlichen Heilslehre her.

Seit dem 10. Jh. wurden der Schrift Auszüge aus Werken der Antike, z. B. von Plinius, und Auslegungen der Kirchenväter angefügt. Der Physiologus war neben der Bibel das am meisten verbreitete Buch des Mittelalters. Er hatte Vorbildwirkung für * zoomorphe Gestaltungen der mittelalterlichen Kunst und bildete die Grundlage für * Ikonographie und Symbolsprache, die Tiere betreffend. Die deutsche Übersetzung des Physiologus scheint um 1070 im Kloster Hirsau entstanden zu sein und wurde unter dem Titel "Reda umbe diu Tier" veröffentlicht. F. Lauchert bearbeitete 1889 die älteste überlieferte Ausgabe. Der "Physiologus Bernensis" wurde 1964 von O. Homburger als * Faksimile-Band herausgegeben. Eine vereinfachte Ausgabe des Physiologus/Bestiarium erschien 1986.

F. LAUCHERT, Geschichte des Physiologus, Straßburg 1889; O. HOMBURGER (Hg.), Physiologus Bernensis, Faksimile-Ausgabe, Bern 1964; E. PETERSON, Die Spiritualität des griechischen Physiologus, in: Byzantinische Zeitschrift 47, 1954; F. MAURER, Der altdeutsche Physiologus, Die Millstädter Reimfassung u. die Wiener Prosa nebst dem lat. Text. ..., Tübingen 1967; N. HENKEL, Studien zum P. im MA, in: Hermaea, NF 38, Tübingen 1976; P. - Frühchristl. Tiersymbolik. Aus dem Griech. übersetzt u. hg. v. U. Treu, Bern 1981; F. UNTERKIRCHER, Tiere, Glaube, Aberglaube. Die schönsten Miniaturen aus dem Bestiarium", Graz 1986.


<< Phyllis Pi >>


Vertiefen Sie Ihr Wissen über Kunst!
Testen Sie unseren Gratisservice Kunstbegriff des Tages. Auf Wunsch erhalten Sie täglich oder wöchentlich per E-Mail einen Begriff aus dem Kunstlexikon geschickt.
Mehr Informationen »

Das Kunstlexikon für das iPhone!
Sie können das Kunstlexikon auch in einer für das iPhone optimierten Version ansehen. Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link.
Jetzt öffnen »

Schmuckwissen>>


Aktuelle Objekte:

Verena Roucka >

Florian Wagn... >



Aktuelle Objekte:

ANDREAS EBER... >

Clemens Leye... >