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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Piqué

1) Verzierungsart von Gegenständen aus * Schildpatt, * Horn, bisweilen auch aus Elfenbein. Die Technik besteht darin, unter Erwärmung des Schildpatts oder Horns kleine Stifte oder Nägel (* Piqué point, * Piqué clouté) und Stege bzw. * gekordelte Drähte (* Piqué posé, * Hair Piqué) aus Gold oder Silber einzuhämmern bzw. in das durch Erwärmen erweichte Material einzupressen. Da Elfenbein nicht erweicht werden kann und stegförmiges Edelmetall aus vorgeschnittenen Ausnehmungen leicht wieder herausfällt, ist in Verbindung mit Elfenbein, von Ausnahmen abgesehen, nur die Piqué-point-Technik gebräuchlich.

Schildpatt wird oft sowohl mit Gold als auch mit Silber verziert. Bei dieser kombinierten Form sind nicht selten auch kleine silhouettierte ornamentale oder figürliche Motive aus Zinn oder Edelmetall (Wappenschilde, Szenenbilder usw.) oder rosettenförmige Ornamente aus * Perlmutter eingepresst. Besteht der Dekor nur aus Gold, wird die Arbeit als "Goldpiqué" oder französisch piqué d'or bzw. clous d'or bezeichnet. Das Verfahren, Schildpatt mit Piqué zu verzieren, soll Mitte 17. Jh. der neapolitanische Goldschmied Laurentini erfunden haben. Später wurde es vor allem in Frankreich und England angewendet.

Fabriksmäßig hergestellte Piquéverzierungen von Dosen, Notizbucheinbänden, Übergehäusen von Taschenuhren usw. stammen meist aus England; spezialisiert auf solche Arbeiten war u. a. Boulton.

2) Maßeinheit für die bei * Diamanten mit freiem Auge sichtbaren Einschlüsse.

3) Doppelgewebe mit erhabenem Waben- oder Waffelmuster.

H. C. DENT, P. A Beautiful Minor Art, London 1923; M. DENT, Catalogue of a very choice Collection of P., Sotheby's, London 1925; S. GRANDJEAN, Boites en P., in: Les Tabatières du Musée du Louvre, S. 391-399, Paris 1981; R. STEISKAL-PAUR, Piquédosen, in: Snuff boxes, Kat. zur Sonderausst. d. Österr. Tabakmuseums, Wien 1991.


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