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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Pittura metafisica , von Giorgio de Chirico schon 1911/13 kreierte "metaphysische Malerei".

Der 1917 geprägte Name drückt die Bestrebungen der Künstler aus, mit ihren Arbeiten "den inneren Sinn, die höhere Wirklichkeit jenseits der Dinge aufzuzeigen", d. h. ihre Metaphysik, die Zusammenhänge des Seins, die jenseits der üblichen künstlerischen Ausdrucksformen zu finden sind, darzustellen. De Chirico und C. Carrà arbeiteten seit 1917 in Ferrara intensiv an der neuen Maltechnik, die als Gegenströmung zu * Futurismus und * Funktionalismus angesehen wird. Wesentlich beeinflusst wurde die Pittura metafisica auch von dem Maler und Dichter Alberto Savinio, dem Bruder de Chiricos.

Die Vertreter der Strömung forderten die Rückkehr zu der an den * Akademien gelehrten klassischen Malweise und die Rückbesinnung auf die Werke der alten italienischen Meister. Als Vorbild dienten ihnen u. a. die Perspektivstudien der Renaissance. Ein bekanntes Motiv der Pittura metafisica sind menschenleere Plätze mit sehr plastisch gestalteten Gliederpuppen (Manichini), von denen jede aus einem anderen Blickwinkel wiedergegeben ist. Isolierte, unzusammenhängende Gestaltungen werden durch starke Licht- und Schattenwirkungen intensiviert, ergeben einen der normalen Logik fremden Sinn und damit eine neue, ungeahnte Bedeutung.

Meist sind es einfache Dinge des Alltags, die isoliert, in einer verlassen wirkenden kulissenartigen Umgebung wiedergegeben, beklemmende Effekte erzielen, eine Art moderner * Stillleben. Nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Leiden der Menschen im 1. Weltkrieg beschäftigten sich die Künstler der Pittura metafisica mit Sinn und Sinnlosigkeit des Seins. Bekannte Vertreter der Richtung waren neben de Chirico und Carrà noch F. Casorati und G. Morandi. Das Gedankengut der Pittura metafisica ging später in das Programm der * Valori Plastici ("plastische Werte") über.

P., seit 1919 in Rom erschienen, Archivi del Futurismo, Rom 1958; Italien 1905-1925, Futurismus und P., Kat. Frankfurter Kunstverein 1963; Giorgio de Chirico - der Metaphysiker, Kat. Haus der Kunst München 1982; G. de Chirico, Kat., Venedig 1988.


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