Platereskenstil , Plateresker Stil, von spanisch estilo plateresco, "goldschmiedeartiger Stil",
Bezeichnung für einen Ende 15.- Mitte 16. Jh. in Spanien üblichen Stil der Frührenaissance, bei dem kunsthandwerkliche Gegenstände und Architekturelemente (z. B. Fenster- und Türumrahmungen) dicht mit kleinformatigen Verzierungen versehen wurden. Der Dekor beinhaltete vor allem Formen stark niederländisch beeinflusster Spätgotik und der italienischen Frührenaissance (* Maskerons, * Urnen, * Wappenschilde, * Girlanden, * Putti usw.).
Der gleichzeitig existente * Isabellinische Stil ist dem Platereskenstil zwar ähnlich, im Detail aber mehr an der Gotik orientiert. Wie der Isabellinische Stil hat der Platereskenstil auch Elemente des * Mudejarstils in sich aufgenommen. Frühe Beispiele des Platereskenstils sind die Arbeiten des Goldschmieds P. Diez am Portal des Colegio de Sta. Cruz in Segovia (1480-1482) und die Fassade von S. Pablo in Valladolid (1486 ff.). Der * Churriguerismus wird manchmal auch Neu-Plateresk genannt.
J. CAMON AZNAR, La arquitectura plateresca, 2 Bde., Madrid 1945; J. B. BURY, The stylistic term "Plateresque", in: Journal of the Warburg and Courtauld Institute 39, 1976.
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