Ponderation , von lateinisch ponderare, "abwiegen", "ausgeglichenes Aufteilen der Massen", in der Bildenden Kunst Bezeichnung für die ausgewogene Verteilung der Körperlast auf die stützenden Gliedmaßen.
Bis in die Frühklassik der * griechischen Kunst wurde bei Standbildern das Gewicht gleichmäßig auf beide Beine verteilt. Dies änderte sich durch die von * Polyklet um 450 v. Chr. im * Kanon zur Formgebung von Statuen entwickelten Richtlinien für den * Kontrapost, d. h. die Gewichtsverteilung auf Stand- und * Spielbein und die damit zusammenhängende gegenläufige Haltung der beiden Körperhälften.
G. LIPPOLD, Handbuch der Archäologie V, 1950, S. 94 ff.; A. ALSCHER, Archaische Vorstufen zur Gestaltung der Ponderation an klassischen Standbildern, in: Archäologischer Anzeiger (Jahrb. des Dt. Archäologischen Instituts) 1953; J. KLEEMANN, Frühe Bewegung. Untersuchungen zur archaischen Form bis zum Aufkommen der Ponderation in d. griechischen Kunst, I, Mainz 1984.
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