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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Pop Art , zeitgenössische Kunstrichtung der 50er und 60er Jahre des 20. Jh.

Der Name Pop Art wird dem englischen Kritiker Lawrence Alloway zugeschrieben, ausgehend von den Buchstaben "POP", mit denen der englische Maler Richard Hamilton eine 1956 erschienene * Collage versehen hatte. Eine andere Deutung ist die Abkürzung von "Popular Art". Als Begründer der in den USA entstandenen Pop Art gelten Andy Warhol, aber auch eine Gruppe New Yorker Maler um Jasper Johns und Robert Rauschenberg. Eine Verbindung zur Pop-Musik stellte u. a. A. Warhol durch seine Zusammenarbeit mit der Gruppe "Velvet Underground" her.

Mit der speziellen Bezeichnung "New York Pop" in Zusammenhang gebracht werden Jim Dines, Robert Indianas, Ronald B. Kitajs, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, Larry River, Tom Wesselmann u. a. Zeitgleich entwickelte sich die Pop Art auch in London, ausgehend von der 1952 gegründeten "Independent Group" am Institute of Contemporary Arts in London, die z. B. 1956 mit der Ausstellung "This is Tomorrow" (Das ist morgen) große Beachtung fand. Wichtige Vertreter der englischen Pop Art waren u. a. Francis Bacon, Peter Blake, Derek Boshier, Richard Hamilton, David Hockney, Allan Jones, Richard Smith und der in England verstorbene Kurt Schwitters.

Charakteristisch sind u. a. die 1956 von R. Hamilton gestalteten Collagen "Just what makes today's homes so different, so appealing" (Was macht die Wohnungen von heute nur so anders, so gefällig) und verwendete im Zusammenhang damit den Ausdruck "Instant Art" (augenblicklich zur Verfügung stehende Kunst). Gemeint ist damit, dass man bereits vorhandene, die Kunst reflektierende Dinge (Plakatausschnitte etc.) in das Kunstwerk integrieren kann. In den 60er Jahren hatte sich die Pop Art über fast alle europäischen Länder ausgebreitet. Obwohl sich H. P. Alvermann und Winfred Gaul in einem Manifest 1963 dagegen verwahrten, ihre "Quibb-Kunst" als Pop Art zu interpretieren, werden sie heute gemeinsam mit Konrad Klapheck, Konrad Lueg, Gerhard Richter und Wolf Vostell trotzdem zu den bedeutendsten deutschen Pop Art-Künstlern gezählt.

Die Pop Art enthält viele Elemente des * Dadaismus, was ihr auch den Namen "Neo Dada" eintrug. Ein wesentliches Kennzeichen der Pop Art ist die Ablehnung aller traditionellen Ausdrucksformen, einschließlich der abstrakten Kunst. An ihre Stelle wurden Motive, Symbole und Signale der Werbewirtschaft als klischeehafte Verkörperung des Angebots von Warenhäusern und der Vergnügungsindustrie isoliert und zum Teil stark vergrößert dargestellt (Autos, Boote, Pin-up-Girls, Star-Porträts, etwa von Marilyn Monroe, Plattenspieler, Telefon, Kosmetika, z. B. eine Odol-Mundwasserflasche, Bierdosen, Coca-Cola-Flaschen, Zigaretten u. ä.). Die Wiedergabe erfolgte oft in Form von * Assemblagen oder als * Combine Painting.

Daneben waren auch * Siebdrucke mit meist grobem Raster und ungemischten, oft sehr grellen Farben (Pop-Farben) üblich. Die realistisch plakativen Darstellungen verzichteten bewusst auf feine Details. Nicht selten wurde das Ungewöhnliche bei ganz gewöhnlichen Dingen des täglichen Gebrauchs herausgestellt. Die Künstler der Pop Art setzten sich witzig und ironisch mit dem Konsumstreben der Massen auseinander. Andy Warhol charakterisierte die Pop Art mit den Worten: "Pop Art is liking things" (Pop Art bedeutet, Dinge zu mögen). Da die Pop Art die effektvolle Präsentation einzelner Produkte ermöglicht, wurde sie schon bald zu einem beliebten Medium der Werbebranche, die dadurch ihrerseits die Kunstrichtung einer breiten Öffentlichkeit bekanntmachte.

R. G. DIENST, P., Wiesbaden 1965; L. R. LIPPARD, P., New York 1966 (dt. Übers. München 1968); S. WILSON, P., München 1974; P. in England. Anfänge einer neuen Figuration 1947-1963, Kat. Kunstverein in Hamburg, Hamburg 1976; M. LIVINGSTONE, P., München 1992; J. PIERRE, Du Mont´s Kleines Lex. der P., 2. Aufl., Köln 1992.


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