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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Präraffaeliten , von englisch Pre-Raphaelite Brotherhood (vorraffaelitische Bruderschaft), Bezeichnung für eine im September 1848 im Londoner Atelier des Malers John Everett Millais als "Gemeinschaft der Sieben" gegründete Künstlervereinigung.

Millais war von seinem Lehrer Ford Madox Brown - er zählte in Rom zum engen Bekanntenkreis von Overbeck und Cornelius - mit dem Gedankengut des * Lukasbundes (* Nazarener) vertraut gemacht worden. Dadurch bildete der St. Lukasbund das Vorbild für die englische Pre-Raphaelite Brotherhood. Neben Millais war der Dichter und Maler Dante Gabriel Rossetti besonders aktiv. Zu den Gründungsmitgliedern zählten weiters die Maler William Holman Hunt, James Collinson, Walter Howell Deverell und der Bildhauer Thomas Woolner. Brown war zwar bei der Gründung anwesend, trat der Künstlervereinigung aber nicht bei.

Mitglied der Präraffaeliten war weiters der Kritiker Frederick G. Stephens. Das erklärte Ziel der Gruppe war, die künstlerische Einstellung der Zeit vor Raffael wieder aufleben zu lassen. Dazu löste man sich von der Thematik des Historismus und versuchte vermehrt, das eigene Naturerlebnis zum Ausdruck zu bringen. Charakteristisch für die Präraffaeliten sind ferner der starke Realismus und die Verwendung symbolischer Elemente. Zum Unterschied zur fast mönchischen Gesinnung der * Nazarener bevorzugten die Präraffaeliten den romantisch-mystischen Aspekt. Sie betrachteten ihre Vereinigung eher als einen Geheimbund, schworen einander ewige Treue und verwendeten der Öffentlichkeit gegenüber die Initialen "P. R. B.", die Anfangsbuchstaben ihrer Bruderschaft (Pre-Raphaelite Brotherhood). Diese Art von Signatur tauchte erstmals auf dem Gemälde Rosettis "Die Kindheit der Jungfrau Maria" auf.

Wie bei den Nazarenern sind auch die Bilder der Präraffaeliten vielfach religiösen Themen gewidmet. Aus ihrer Ablehnung der * Royal Academy machten die Präraffaeliten in ihrem seit 1848 herausgegebenen Journal "The Germ" (Der Keim) kein Hehl. Die Statuten der Präraffaeliten verfasste D. G. Rossetti. Das Verhalten des Malers Millais, des Hauptinitiators der Präraffaeliten, wirkte sich schließlich auf die Präraffaeliten zersetzend aus. Erstens folgte Millais 1853 dem Ruf der bekämpften Royal Academy und wurde deren Mitglied, und zweitens begann er ein Verhältnis mit der Gattin Ruskins und entführte sie angeblich, was für die präraffaelitische Gemeinschaft absolut inakzeptabel war. Walter Crane, Edward Burne-Jones und William * Morris waren die Schüler Rossettis und wurden von seinem linearen, aber dekorativ üppigen Stil beeinflusst. Sie werden "Neu-Präraffaeliten" genannt und hatten ihrerseits großen Einfluss auf das * Arts and Crafts Movement in England.

R. IRONSIDE, J. GERE, Pre-Raphaelite painters, London 1948; J. D. HUNT, The Pre-Raphaelite Imagination 1948-1900, London 1968; R. WATKINSON, Pre-Raphaelite Art and Design, London 1970; P., Kat. Baden-Baden 1973; G. METKEN, Die P., Köln 1974; E. BERGMANN, Die P., München 1980; Qu. BELL, A new and noble school. The Pre-Raphaelites, London 1982; W. COTTES, Wie ein goldener Traum. Die Rezeption des MA in der Kunst der P., München 1984; The Pre-Raphaelites, Kat., London 1984; R. BARILLI, Die P., Herrsching 1988; G. HÖNNIGHAUSEN (Hg.), Die P. Dichtung, Malerei, Ästhetik, Rezeption, Stuttgart 1992.


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