Astrolabium , (Mz. Astrolabien), griechisch, "Sternfasser".
Bezeichnung für ein seit der Antike bekanntes, von den Arabern vervollkommnetes und bis ins 18. Jh. von Astronomen, Geographen und Seefahrern verwendetes Instrument zur Postitionsbestimmung der Gestirne und damit auch des eigenen Standortes. (In der Nautik wurde die Breitenbestimmung in späterer Zeit mit Hilfe des Sextanten vorgenommen.) Astrolabien sind zumeist aus vergoldetem Messing gefertigt. Sie bestehen aus einer runden Scheibe, dem Tympanon, in die ein Koordinatensystem aus Äquator- und Horizontallinie, Wende- und Stundenkreisen eingraviert ist. Angepasst ist eine Art Gitter, die so genannte Rete, das die scheinbare Sonnenbahn durch den * Tierkreis und die Sternpositionen angibt. Rete und Tympanon stehen im gleichen Verhältnis zueinander wie die Erde und die Ekliptik bzw. die auf die Ekliptik bezogenen Positionen der Sterne.
R. T. GUNTHER, The Astrolabes of the World, Bd. 1 u. 2, Oxford 1932; H. MICHEL, Messen über Zeit und Raum, Stuttgart 1965; S. GIBBS, G. SALIBA, Planispheric Astrolabes from the National Mus. of American History, Washington 1984.
|