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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Priapos (lateinisch Priapus), griechisch, beliebter kleinasiatisch-griechisch-römischer Fruchtbarkeitsgott der Gärten, Felder und Herden sowie Urbild männlicher Zeugungskraft.

Ausgangspunkt der Verehrung soll die kleinasiatische Stadt Lampsakos gewesen sein. Von dort eroberte Priapos im 5. Jh. v. Chr. den gesamten griechisch-römischen Raum. In der griechischen Mythologie entsprang Priapos einem Liebesverhältnis von Aphrodite und Dionysos. Als Fruchtbarkeits- und Erntegott wurde Priapos oft mit einem Sichelmesser dargestellt. Die hölzernen oder steinernen Kultstatuen des Priapos, die in Hainen und Gärten aufgestellt waren, haben einen übergroßen erigierten * Phallus, der rot bemalt war, wie Farbreste zeigen. Die Standbilder waren meist mit witzig-obszönen Aufschriften versehen, den so genannten "Priapeen". Seit der römischen Kaiserzeit wurde das Glied des Gottes nicht mehr * ithyphallisch, sondern unerigiert dargestellt und Priapos oft mit * Pan gleichgesetzt. Das weibliche Pendant zu Priapos ist * Baubo, auch "dea impudica" (Göttin der Unzucht) genannt.

J. J. DULAURE, Les cultes priapiques, Paris 1953; V. BUCHHEIT, Studien zum Corpus Priapeorum, München 1962; R. v. RANKE-GRAVES, Griech. Mythologie, Reinbek b. Hamburg 1989.


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