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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Psalter , Kurzform für griechisch psalterion und lateinisch psalterium, das aus fünf Teilen bestehende Buch der alttestamentarischen * Psalmen.

Entgegen früheren Annahmen ist heute bekannt, dass die Psalmen nicht David allein verfasste. Die im Psalter gesammelten 150 Gesänge entstanden in der Zeit von etwa 1000-300 v. Chr. und umfassen im wesentlichen Bitten, Danksagungen, Lobeshymnen und Klagen. Der schon im jüdischen Kult verwendete Psalter wurde von den Christen übernommen, spielte im Mittelalter besonders im Klosterleben eine große Rolle und bildete einen Bestandteil des Stundengebets.

Der Psalter ist die im Mittelalter am häufigsten abgeschriebene Handschrift. Da * David in vielen Psalmen Erwähnung findet, beginnen * Illuminationen der Psalter-Handschriften häufig mit einer Wiedergabe Davids beim Spiel auf der * Leier oder der * Harfe, oft umringt von Musikern und Tänzern. Andere Darstellungen zeigen David mit Schreibern. Der bekannteste Psalter ist der seit 1718 in der Universitätsbibliothek von Utrecht aufbewahrte mit Federzeichnungen versehene so genannte * Utrechtpsalter aus karolingischer Zeit.

In den unter der Aufsicht des hl. Benedikt von Nursia (um 480-547) vorgenommenen Psalterabschriften sind die Psalmen so aufgeteilt, wie sie am besten einer einmal wöchentlich vorgenommenen vollständigen Rezitation entsprechen. Diese Einteilung wurde durch die von Benedikt in Monte Cassino aufgestellten Benediktinerregel und mittels des römischen Officiums seit dem 8. Jh. in der katholischen Kirche verbreitet. Die orthodoxe Kirche verwendet seit dem 11. Jh. eine Ordnung, die den Psalter in 20 Abschnitte (griechisch Kathismaton, "Sitzpause") einteilt, die, gleichfalls innerhalb einer Woche, auf die Morgen- und Abendgottesdienste aufgeteilt sind.

Die im Mittelalter meist verwendeten lateinischen Textversionen gehen auf * Hieronymus zurück. Obwohl auch gebildete Laien den Psalter verwendeten, war bei ihnen doch das so genannte * Stundenbuch mehr verbreitet. 1457 entstand das Psalterium Moguntinum, der von J. Fust und P. Schöffer in Mainz erstmals gedruckte Psalter. 1531 wurde von H. Lufft in Wittenberg die Erstausgabe des deutschen Psalter Martin Luthers hergestellt.

E. T. DE WALD, The Illustrations of the Utrecht-P., Princeton/N. J. 1933; G. HASELOFF, Die P.-Illustration im 13. Jh. ..., Kiel 1938; H. SCHNEIDER, Die P.teilung in Fünfziger- u. Zehnerguppen, in: Universitas. Dienst an Wahrheit u. Leben, FS f. Bischof A. Stohr, Mainz 1960; D. TSELOS, The sources of the Utrecht-P. miniatures, Minneapolis/Minn. 1960; F. MÜTHERICH, Die Stellung der Bilder in der frühmittelalterl. P.illustration, in: Der Stuttgarter Bilderp., Bibl. Fol. 23 der Württemberg. Landesbibl., Bd. II: Untersuchungen, Stuttgart 1968.


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