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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Psyche , griechisch, "Seele", neugriechisch auch "Schmetterling".

1) In der archaischen Kunst wurde die Psyche als kleines Wesen mit Schmetterlingsflügeln (Eidolon), manchmal auch als kleiner Vogel wiedergegeben. Die Darstellung der Psyche als zartes Mädchen mit Schmetterlingsflügeln ist eine Erfindung des * Hellenismus und der römischen Kunst. Darstellungen der Seele, die den Leichnam umflattert, waren in Verbindung mit dem Totenkult üblich (* Prothesis).

2) Geliebte des griechischen Liebesgottes * Eros. Aus Eifersucht beauftragte * Aphrodite ihren Sohn * Eros, die von den Menschen wegen ihrer Schönheit verehrte Königstochter in ein hässliches Geschöpf zu verwandeln. Eros war aber von ihrem Liebreiz wie verzaubert und ließ Psyches Vater wissen, dass sie sich, als Braut geschmückt, auf einen bestimmten Berg begeben solle, von wo sie vom sanften Westwind * Zephir zu einem prunkvollen Schloss gebracht werden würde. Eros gab sich ihr des Nachts hin und versprach, stets wiederzukommen, soferne sie nicht versuche, die Identität des nächtlichen Liebhabers herauszufinden. Als Psyche über zuwenig Zerstreuung bei Tage klagte, ließ Eros mit dem Westwind die beiden Schwestern seiner Geliebten bringen. Aus Neid wegen des schönen Schlosses überredeten sie Psyche, das Geheimnis des nächtlichen Geliebten zu lüften. Um den Liebhaber zu sehen, nahm Psyche eine Lampe und einen Dolch zu ihrer Verteidigung, falls es sich bei dem Besucher um ein Monster handeln sollte, wie die Schwestern ihr eingeredet hatten. Als Psyche das Gesicht des schlafenden Eros beleuchtete, verschüttete sie, überrascht von der Schönheit des Jünglings, etwas Öl aus der Lampe über seinen nackten Leib. Eros erwachte dadurch und entschwand. Voll Gram über den Verlust des Geliebten begab sich Psyche auf die Suche nach ihm. Sie gelangte dabei in die Gewalt Aphrodites, die von ihr schwierige und gefährliche Aufgaben zu meistern verlangte. Von ihrer Liebe gerührt, ließ Zeus sie durch * Hermes zum Olymp bringen, wo Eros sie zur Gemahlin nahm.

3) Mannshoher Drehspiegel des Empire im * Boudoir; besonders in Österreich bis ins 20. Jh. auch Bezeichnung für den Spiegeltisch im Schlafzimmer.

R. REITZENSTEIN, Das Märchen von Amor und Psyche bei Apuleius, Leipzig 1912.


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