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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Atlas

1) * Titan, Sohn der * Okeanide Klymene und des Titanen * Iapetos, Bruder des * Prometheus und Vater der Pleiaden und * Hesperiden. Als Strafe, weil er am Aufstand der Titanen gegen die * olympischen Götter teilgenommen hatte, wurde Atlas dazu verurteilt, das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern zu tragen. Die Darstellung des unter der schweren Last des Himmelsglobus gebückten Titanen war im Barock ein beliebtes Motiv. Atlas bewachte den Garten der Hesperiden und den Baum mit den goldenen Äpfeln. Als er von * Perseus, der sich nach dem Kampf mit * Medusa auf dem Heimweg befand, um ein Nachtlager gebeten wurde, verwehrte er ihm dieses, da, einer Weissagung gemäß, ein Spross des Gottes * Zeus Äpfel der Hesperiden stehlen werde. Erzürnt über das verweigerte Gastrecht, holte Perseus das Haupt der Medusa aus dem Mantelsack hervor, dessen Anblick Atlas in Stein verwandelte.

2) Ein besonders glattes, glänzendes textiles Gewebe. Der aus dem Arabischen stammende Name bedeutet "glatt" und "zart". Franz. und engl. heißt das Gewebe Satin.

3) Als Buch gebundene Landkarten. Bis zum 16. Jh. sind die Karten im Allgemeinen als * Holzschnitte und danach in Form von * Kupferstichen ausgeführt. Abgesehen von den Landkarten, weisen sie meist auch Bilder von Mensch und Tier der dargestellten Regionen auf und sind deshalb volkskundlich interessant. Auf die Herstellung von Atlanten waren im Barock vor allem die seefahrenden Niederländer spezialisiert.
           

Lit. 3): G. R. CRONE, Maps and their makers. An Introduction to the history of cartography, London 1953; E. KYRISS, Die ältesten gedruckten Atlanten, in: Gutenberg Jahrb. 1954; W. BONACKER, Kartenmacher aller Länder u. Zeiten, Stuttgart 1966.


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