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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Radierung , von lateinisch radere, "kratzen", "schaben",

Anfang 16. Jh. entwickeltes * Tiefdruckverfahren, bei dem eine Kupfer- oder Zinkplatte mit einem säurebeständigen Überzug, dem * Ätzgrund oder Deckfirnis, versehen wird, in den der Radierer mit der * Radiernadel zeichnet. Die Radierung geht auf die schon Ende 15. Jh. bekannte * Kaltnadeltechnik zurück, legt zum Unterschied von dem Verfahren aber nur das Metall frei, ohne in dieses einzudringen. Statt dessen frisst sich die Säure (* Aquaforte) im Säurebad in die mit der Nadel im Ätzgrund freigelegten Stellen ein. Die Dauer der Säureeinwirkung entscheidet über den Grad der * Ätzung.

Nach Entfernen der Schutzschicht wird die Platte angewärmt, wodurch sich die mit einem Ballen aufgetragene Druckerschwärze besser in den geätzten Partien verteilt. Auf die blankgewischte Platte (Klarwischen), wo die Druckerschwärze nur mehr in den geätzten Stellen haftet, wird ein angefeuchtetes Papier gelegt und mittels Druckpresse ein * Abzug hergestellt. Der hohe Druck prägt auch den * Plattenrand in den Papierbogen ein. Nach jedem Abzug wird die Platte erneut mit Druckerschwärze bestrichen. Die Radierung ermöglicht bessere "malerische" Effekte als der * Kupferstich. Der Grund dafür ist, dass man mit der Radiernadel in den Ätzgrund fast ebenso gut zeichnen kann wie etwa mit einem Bleistift auf Papier, weil nicht in das Metall eingedrungen wird.

Beim Kupferstich muss dagegen die Darstellung unter Ausübung von Druck mit dem Stichel in spanabhebender Tätigkeit in die Kupfertafel eingetieft werden. W. Koschatzky erwähnt in seinem Buch "Die Kunst der Graphik", dass die frühest datierte Radierung Urs Graf 1513 hergestellt haben mag, weist aber darauf hin, dass zweifellos schon vorher der * Plattner Daniel * Hopfer und seine Söhne Lambert und Hieronymus auf diesem Gebiet tätig waren. In vielen Werken wird Hopfer dezidiert als Erfinder der Radierung angeführt. Die anfänglich verwendeten Eisenplatten (* Eisenradierung) wurden ca. 1520 durch Kupfer- und seit dem 19. Jh. meist durch Zinkplatten ersetzt.

V. PREISSIG, Zur Technik der farbigen Radierung und des Farbenkupferstichs, Leipzig 1908; F. HOLLENBERG, W. RAABE, Radierung, Ätzkunst und Kupfertiefdruck, Ravensburg 1962; J. BRUNSDON, The Technique of Etching and Engraving, London 1965; F. KEMPE, Die R., Leipzig 1967; W. KOSCHATZKY, K. SOTRIFFER, Mit Nadel und Säure, 500 Jahre Kunst der R., Kat., Wien 1982; M. KRICK, Die Kunst der R., Augsburg 1985; L. SCHOBER, Die R. und ihre Technik. Von der Platte bis zum Druck, Göttingen, Zürich 1985; W. KOSCHATZKY, Die Kunst der Graphik, München 1988.


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