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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Régence , die, von französisch la régence, "die Regentschaft",

Französische Kunstrichtung (ca. 1710-1730) zwischen dem * Louis-quatorze (entspricht dem Hochbarock) und dem * Louis-quinze (entspricht dem Rokoko).

Der Name Régence leitet sich ab von der vormundschaftlichen Regentschaft Herzog Philipps II. von Orléans (1715-1723) für den minderjährigen Ludwig XV. Stilistisch stellt die Régence die erste Phase des französischen Rokokos dar. Die Régence bildet den Übergang von den massiv-wuchtigen Formen des Louis-quatorze, dem Stil am Hofe des Sonnenkönigs, zur verspielten, eleganten rokokohaften Leichtigkeit, die den Louis-quinze-Stil kennzeichnet, der vor allem beim französischen Adel en vogue war. In der Baukunst wurden u. a. die ausladenden * Gesimse und wuchtige Säulenformationen durch nur gering profilierte Flächen und flache * Pilaster ersetzt.

Besonders ausgeprägt ist die Régence in der Innenarchitektur. Verzierungen aus * Stuck pflanzen sich als plastische Gliederungselemente übergangslos von den Wänden zur Decke fort. Der charakteristische Dekor des Régence ist das symmetrische * Bandelwerk. Beliebt waren ferner * Chimären, Drachen und * Maskerons, mit * Palmetten-Diademen geschmückte Frauenköpfe und * Chinoiserien. Zur Verbreitung der Zierformen der Régence trugen vor allem die Ornamentstiche Jean * Bérains bei sowie die Arbeiten der für den französischen Hof und den Hochadel tätigen "Dekorateure".

Als typisches Beispiel eines im Régence-Stil ausgeführten Adelspalastes gilt das * Hôtel de Toulouse (1713-19) in Paris. Bekannte Kunsthandwerker der Régence waren der besonders auf * Beschläge spezialisierte Ziseleur Jacques * Caffiéri, der * Ebenist Charles * Cressent und der Bildhauer Nicolas * Pineau. Von den Malern beeinflusste besonders Antoine Watteau die Régence.

S. de RICCI, Louis XIV u. R., Raumkunst u. Mobilia, Stuttgart 1929; P. VERLET, French Furniture and Interior Decoration of the 18th Century, London 1967; G. SAVAGE, French Decorative Art 1638-1789, London 1969; A. Watteau, Kat., Berlin 1985.


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