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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann
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Ätzdekor , von althochdt. ezzan, "verzehren".
Preisgünstige Dekorationsart bei Glas, Metall oder Stein. Durch partielles Einwirkenlassen von Säure (* Ätzwasser) entstehen Oberflächenveränderungen in Form von Schriften oder Darstellungen. Beim Ätzdekor ist die durch Säureeinwirkung erfolgte Abgrenzung des Motivs zum umgebenden * Grund nie so scharfkantig wie bei Darstellungen, die mit Schleifrädern geschliffen (* Glasschliff) oder mit Sticheln herausgearbeitet sind, sondern immer etwas rundlich. Wird das Umfeld, der Grund, gegen die Säureeinwirkung geschützt (z. B. durch Wachs) und die eingravierte Darstellung geätzt, spricht man von "Tiefätzung". Eine "Hochätzung" liegt vor, wenn die Darstellung erhaben ist und das Umfeld durch Säure eingetieft wird, wie dies bei Steinätzungen oft der Fall ist. Als Material diente dabei früher zumeist * Solnhofer Stein. Auf die geschliffene Platte aus Kalkschiefer wurde eine säurebeständige Schicht (z. B. * Asphalt) aufgetragen und dann an den Stellen weggekratzt, die vertieft sein sollen. Nach Aufbringen einer kalklösenden Säure blieben die mit der Schutzschicht abgedeckten Partien (z. B. Schriftzüge) erhaben. Der Niveauunterschied zu dem vertieft liegenden Umfeld beträgt für gewöhnlich nicht mehr als einen halben Millimeter. Im Allgemeinen wird der Augsburger Bildhauer, Lithograph und Waffenätzer Daniel * Hopfer (um 1470-1536) als Erfinder der Ätzkunst angesehen.
Z. JUNA, Ätzung u. verwandte Techniken, Prag 1954 .
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