Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen.  
 Volltextsuche: nur in der Begriffsliste suchen

Reproduktionsstecher , Bezeichnung für Holz- und Kupferstecher sowie Radierer, die vom 16.-19. Jh. mit der * Reproduktion von Gemälden befasst waren, also nach Vorlagen arbeiteten.

Zum Unterschied von den Reproduktionsstecher setzten die * Stechmaler und * Malerradierer ihre eigenen Entwürfe graphisch um. Viele Stecher arbeiteten allerdings sowohl als Reproduktionsstecher als auch nach eigenen Entwürfen, beispielsweise der Haarlemer Künstler H. Goltzius, der u. a. die Techniken des * Kupferstichs, der * Kaltnadeltechnik und der * Radierung kombinierte, um ein Höchstmaß an naturgetreuer Wiedergabe zu erzielen. Bei der Herstellung der Druckplatten für Reproduktionen bedienten sich die Reproduktionsstecher der * Gegenkopie.

Berühmte Reproduktionsstecher waren M.-A. Raimondi, der 1510 in Rom eine Stecherschule gründete, in der vor allem Werke Raffaels reproduziert wurden. Gleichfalls auf die Werke Raffaels spezialisiert war Anfang 16. Jh. Ugo da Carpi, der hauptsächlich mit * Farbholzschnitten arbeitete. Weitere bekannte italienische Reproduktionsstecher waren A. Andreani (Tizian-Holzschnitte), D. und G. Campagnola, Mitglieder der Familie Carracci, R. Morghen und G. Volpato. Von den vielen in den Niederlanden tätigen Reproduktionsstecher sind neben Goltzius und G. Edelinck u. a. S. van Bolswert, die Brüder Galle, Ch. de Jegher, P. Pontius, P. Soutman und L. Vorsterman bekannt, die als so genannte "Rubensstecher" gelten; die drei letztgenannten werden u. a. auch mit Werken von A. van Dyck in Verbindung gebracht.

Es sind ca. 100 Blätter erhalten, von denen bekannt ist, dass sie von Rubens persönlich in Auftrag gegeben wurden; 15 davon weisen Widmungen von Rubens auf. Von den französischen Reprodutionsstechern besonders bekannt sind C. Mellan, R. Nantieul und N.-H. Tardieu. Von den deutschen Stechern haben sich u. a. der Berliner G. F. Schmidt (Rembrandt-Radierungen) und der Augsburger H. Lützelburger (oder Lützelberger), der eigentlich H. Franck hieß, als Reproduktionsstecher einen Namen gemacht (Totentanzalphabet u. Totentanz).

H. HYMANS, Histoire de la Gravure dans l'École de Rubens, Brüssel 1879; J. E. WESSELY, G. F. Schmidt, Hamburg 1887; H. DELABORDE, Marc-Antoine Raimondi, Paris 1887; J. LARAN, L'estampe. Histoire générale de la gravure, 2 Bde. Paris 1959; F. KORENY, Der frühe Kupferstich u. die Anfänge der Reproduktionsgraphik nördl. der Alpen, in: Sitzungsberichte der Kunstgeschichtl. Ges. zu Berlin, NF H. 10, 1971/72; Reproduktionsstiche aus 3 Jh., Kat., Darmstadt 1975.


<< Reproduktionsgraphik Repunzierungspunze >>


Vertiefen Sie Ihr Wissen über Kunst!
Testen Sie unseren Gratisservice Kunstbegriff des Tages. Auf Wunsch erhalten Sie täglich oder wöchentlich per E-Mail einen Begriff aus dem Kunstlexikon geschickt.
Mehr Informationen »

Das Kunstlexikon für das iPhone!
Sie können das Kunstlexikon auch in einer für das iPhone optimierten Version ansehen. Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link.
Jetzt öffnen »

Schmuckwissen>>


Aktuelle Objekte:

A Sehr lange... >

Joe Haider >



Aktuelle Objekte:

Mariola Groener >

WACKER, Rudo... >