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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Repunzierungspunze , Repunzierungsstempel, Repunze. Um den durch die Napoleonischen Kriege in Bedrängnis geratenen Staatshaushalt in Österreich zu sanieren, wurde verfügt, dass vom 1. September 1806 an für alle Gegenstände aus Gold oder Silber, auch für die in Privat- oder Kirchenbesitz befindlichen, eine Abgabe zu entrichten sei, die bei Silber für jedes * Lot Silbergewicht 12 * Kreuzer und für "dukatenschweres" Gold 20 Kreuzer betrug. Die Bezahlung dieser Sondersteuer wurde durch eine Repunzierungspunze bestätigt.

Je nach Größe des Gegenstandes fanden drei verschiedene Formen von Punzen Verwendung, die bei neuen Objekten bis 1809 eingeschlagen wurden. Bei 1806 und 1807 durchgeführten Repunzierungen wurde die Lötigkeit, d. h. der * Feingehalt des Silbers, nicht überprüft und für 12lötiges, 13lötiges und 15lötiges Silber die gleichen Repunzierungspunzen verwendet. Die gebräuchliche Repunzierungspunze für große Gegenstände aus Silber weist die Zahl 12 und einen Großbuchstaben auf, umgeben von einer rechteckigen Umrahmung mit abgerundeten Ecken und eingezogenen Seiten. Die Zahl 12 bezieht sich auf die bezahlten 12 Kreuzer pro Lot Silbergewicht, und der Buchstabe gibt den Ort des Punzierungsamtes an.

Alle in Österreich vor 1810 hergestellten Gegenstände aus Silber sollten einen der drei Repunzierunspunzen aufweisen. Zwei Repunzierungspunzen nebeneinander bedeuten, dass es sich um Silber aus Privatbesitz handelt, für das in Braunau, Salzburg und einem Teil von Galizien keine Gebühren zu entrichten waren.

V. REITZNER, Alt-Wien-Lexikon für Österreich u. Süddeutschland Kunst u. Kunstgewerbe. Edelmetalle u. deren Punzen, Wien 1952.


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