Stücksuche:
Bitte mind. 2 Zeichen eingeben. Weitere Suchmöglichkeiten »

Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Nutzen Sie die Funktion der VOLLTEXTSUCHE, indem Sie Worte oder Wortteile in das Suchfeld eingeben. Das Kunstlexikon beschreibt ca. 10.000 Begriffe, hat 5,5 Mio Zeichen ( Druckausgabe: 1663 Seiten). Die Begriffe verweisen insgesamt auf ca. 35.000 Quellen.  
 Volltextsuche: nur in der Begriffsliste suchen

Rheinisches Steinzeug , seit dem 12. Jh. im Rheinland von * Kannenbäckern hergestellte keramische Waren, da es dort Tonlager von hoher Qualität gab.

Im 12. Jh. wurde großteils unverzierte, nur bis 900° C gebrannte Irdenware produziert, deren * Scherben nicht gesintert, d. h. noch porös und wasserdurchlässig war. Erst im 13. Jh. entstand dann das so genannte Frühsteinzeug, das dem eigentlichen * Steinzeug schon sehr nahe kam und bei dem der Fußrand der Gefäße bereits das für das Rheinische Steinzeug typische wellige Gepräge aufweist. Charakteristisch sind auch die bei fast allen Gefäßen vorhandenen waagrecht verlaufenden so genannten Drehrillen.

Zu den frühen Zentren zählten vor allem Siegburg, ferner Frechen, Langerwehe und Raeren. Auch Köln war ein Zentrum der Herstellung, vor allem aber des Handels, von wo aus die aus beigem bis grauem Material bestehenden und meist mit rotbrauner, manchmal "geflammt" aussehender * Glasur überzogenen Tonwaren in viele Städte Europas exportiert wurden.

Im 14. Jh. entstand das erste verzierte Rheinische Steinzeug, mit einfachem Nuppendekor oder mittels Modeln gestalteten Reliefauflagen, z. B. Marienbildern. Seit dem 16. Jh. lassen sich die typischen bauchigen * Bartmannskrüge und die ca. 30 cm hohen zylindrischen Bierhumpen, die so genannten "Schellen", nachweisen. Sie sind schmal, verjüngen sich nach oben zu etwas und haben in späterer Zeit oft einen Zinndeckel. Von den Töpfern namentlich bekannt sind Arno Knütgen, Hans Hilgers und F. Trac; sie waren in Siegburg ansässig.

Die Töpfer wurden auch "Ulmer" genannt, von althochdeutsch ul, ule, "Kochtopf", von lateinisch olla, "Topf".

O. v. FALKE, Das R., 2 Bde., Berlin 1908; A. KLEIN, R. des 15.-18. Jh., Darmstadt 1954; B. LIPPERHEIDE, Das R. und die Graphik der Renaissance, Berlin 1961; K. GÖBELS, Rhein. Töpferhandwerk, Frechen 1971; G. REINEKING v. BOCK, Kunstgewerbemus. der Stadt Köln: Steinzeug, Köln 1971; E. KLINGE, Best. Kat. Siegburger Steinzeug, Hetjens-Mus., Düsseldorf 1972; G. REINEKING v. BOCK, Die Brühler Keramik d. MA. Vorstufe zur Rheinischen Töpferkunst, Brühl 1985; G. REINEKING v. BOCK, J. DAUM, R. 500 Jahre Gebrauchsgefäße aus Braunschweiger Privatbesitz, Braunschweig 1987; K. BÜHNE, "Ich sammle Siegburger Steinzeug", in: Sammler Journal, Nr. 6, 1981; P. SEEWALD, R. Bestandskat., Trier 1990.


<< Rheindiamanten Rhipidion >>


Vertiefen Sie Ihr Wissen über Kunst!
Testen Sie unseren Gratisservice Kunstbegriff des Tages. Auf Wunsch erhalten Sie täglich oder wöchentlich per E-Mail einen Begriff aus dem Kunstlexikon geschickt.
Mehr Informationen »

Das Kunstlexikon für das iPhone!
Sie können das Kunstlexikon auch in einer für das iPhone optimierten Version ansehen. Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link.
Jetzt öffnen »

Schmuckwissen>>


Aktuelle Objekte:

Christoph Sc... >

Annamaria Za... >



Aktuelle Objekte:

Akoya Perl -... >

Einsame Alm ... >