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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Riedinger (Ridinger), Johann Elias (1698-1767), bedeutendster auf die Darstellung von Wildtieren und Pferden spezialisierter deutscher Maler und Kupferstecher, der auf dem Gebiet der Jagd- und Wildmotive stilbildend war.

Mit 14 Jahren trat Riedinger bei dem Maler Christian Resch in Ulm die Lehre an. Während dieser Zeit lernte er das von Joachim von * Sandrart verfasste Werk "Teutsche Academie der edlen Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste" kennen. Die vielen Kupferstiche und der systematische Aufbau der Publikation mag Riedinger beeinflusst haben, auch mit seinen Kupferstichen Wissen zu vermitteln. Nach seiner Lehrzeit setzte Riedinger seine Ausbildung 1716 bei dem Tier- und Pflanzenmaler Johann Falch in Augsburg fort. Riedinger hatte sich auf Tierdarstellungen spezialisiert, die Graf Metternich bewogen, den jungen Künstler nach Regensburg einzuladen, wo sich Riedinger dann drei Jahre lang aufhielt. Neben Wilddarstellungen entstanden in Regensburg viele Pferdestudien, die Riedinger nach Skizzen in der dortigen Reitschule herstellte. 1719 ließ sich der Künstler bleibend in Augsburg nieder, wo er vermutlich an der dort seit 1710 bestehenden Stadtakademie der Bildenden Künste in der Herstellung des Kupferstichs ausgebildet wurde.

Durch die Verehelichung mit der Witwe seines Freundes Johann Saiter 1723 übernahm Riedinger dessen Kupferstecherwerkstatt und vermarktete seine Arbeiten im Selbstverlag. Neben Ölbildern (Jagdlandschaft, Tierhatz und Selbstbildnisse) schuf Riedinger mehr als 1.600 graphische Blätter (* Radierungen, * Kupferstiche und * Schabkunstblätter), die, mit kurzen Begleittexten versehen, meist als Serien publiziert wurden. Die naturalistischen Darstellungen heimischer und fremder Wildtiere zeigen oft auch deren Fußspuren (Trittsiegel). Besonders interessant sind seine Darstellungen der verschiedenen Jagdtechniken, u. a. * Parforcejagd der Hirschen (1768), und die Blätter, auf denen Wildtiere zu sehen sind, die Absonderlichkeiten aufweisen, wie etwa "Perückenböcke" u. dgl. Weniger bekannt sind die im Verlag Riedinger erschienenen Vorlagen für Goldschmiedearbeiten. 1759 wurde Riedinger zum Direktor der Stadtakademie Augsburg gewählt. Nach seinem Tod führten die Söhne den Kupferstichverlag weiter, wobei sie auch die alten Platten ihres Vaters für Neuauflagen verwendeten und zum Teil die Brauchbarkeit mancher Platten durch * Aufstechen erhöhten.

G. A. W. THIENEMANN, Leben u. Wirken des unvergleichlichen Thiermalers u. Kupferstechers J. E. R., Leipzig 1856, Faksimileausgabe Amsterdam 1962; I. SCHWARZ, Kat. einer R.-Slg., 2 Bde., Wien 1910-18; G. ULRICH (Hg.), J. E. R. Wild u. Weidwerk. 18 Kupferstiche, Gütersloh 1959; J. E. R. Die edle Jagdbarkeit. 18 Kupferstiche aus dem Jahre 1729, Gütersloh 1961; W. STUBBE, Johann Elias R., Serie: Die Jagd in der Kunst, Hamburg, Berlin 1966; J. E. R., Kat., Augsburg 1967.


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