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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Auferstehung Christi , nach dem Kreuzestod Christi hatten die Hohenpriester bei dem von * Josef von Arimathia für den * Heiland zur Verfügung gestellten Grab Wachen aufgestellt, damit die * Jünger Christi nicht den Leichnam fortschaffen und erzählen könnten, Jesus sei auferstanden. Der Tag nach dem Tod Christi war ein Sabbat, der gemäß dem jüdischen Glauben in Ruhe verbracht werden musste. Als die Frauen (* Myrrhophoren) am dritten Tag nach dem Leiden des Herrn zum Grab kamen, um Jesus zu salben, war der Stein weggewälzt und die Grabkammer leer. Der Überlieferung nach waren die * drei Frauen am Grab, die so genannten "drei Marien", die drei Töchter der hl. * Anna, und zwar die Gottesmutter Maria sowie * Maria Salome und * Maria Kleophas (* Heilige Sippe). Bisweilen werden auch noch Johanna und Maria Magdalena namhaft gemacht (* Maria aus Magdala). In der frühchristlichen Kunst findet man den auferstandene Heiland im Allgemeinen durch Symbole wiedergegeben, z. B. durch das Kreuz mit dem * Christusmonogramm (umrahmt von einem Lorbeerkranz), das leere Grab mit den Leichentüchern oder die * Myrrhophoren. Auf späteren Bildern ist Jesus oft über dem Grab schwebend zu sehen, mit der * Kreuzfahne in Händen.

Zu den Darstellungen des Auferstandenen zählen auch die Motive * Jesus als Gärtner und * Noli me tangere. In der westlichen Kunst wird manchmal das Auferstehungs-Thema mit dem so genannten * Springenden Christus, d. h. mit der erst 40 Tage später stattgefundenen * Himmelfahrt kombiniert, wie bei dem bekannten, im Bayerischen Nationalmuseum aufbewahrten Mittelstück eines um 400 entstandenen fünfteiligen Elfenbein-Diptychons. Der zum Himmel emporsteigende Christus hält in der linken Hand eine * Schriftrolle, und die Rechte liegt in der Hand Gottes, die ihm aus den Wolken hilfreich entgegengestreckt wird. Unterhalb der Szene ist der Grabbau zu sehen, vor dem ein Engel sitzt, der den drei Frauen am Grab die Auferstehung Christi verkündet. Dargestellt sind ferner zwei Grabwächter und zwei * Jünger Christi. Auferstehungsbilder in Form des emporschwebenden * Heilands gibt es im Allgemeinen erst seit der ottonischen Kunst. Vorher waren, von Ausnahmen abgesehen, die symbolischen Darstellungen üblich. Frühe Beispiele finden sich in Form von * Illuminationen, wie in dem Anfang des 10. Jh. entstandenen * Evangeliar Heinrichs II. (München, Staatsbibliothek). Die byzantinischen Kunst kennt das Auferstehungsbild erst in der Zeit nach dem * Bilderstreit, z. B. als Psalterillustration. Vorher wurde anstatt der Auferstehung Christi immer die Höllenfahrt dargestellt (griech. * kathodos eis hadu, lat. * descensus). Bei * Ikonen gibt es auch Kombinationen des Auferstehungsthemas mit der Darstellung der Auferstehung Christi in Form des schwebenden Heilands, der die * Kreuzfahne in Händen hält, darunter die früher übliche Darstellung der Höllenfahrt.

W. BRAUNFELS, Die A., Düsseldorf 1951; F. RADEMACHER, Zu den frühesten Darstellungen der A., in: Zeitschrift f. Kunstgesch. 28, 1965; R. LANGE, Die A., Recklinghausen 1966; H. MÖBIUS, Passion und Auferstehung, Berlin 1978.


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