Rocaille , die, das, französisch, "Haufen kleiner Steine",
Terminus für C-förmig geschwungenes, meist asymmetrisches, um 1730 in Frankreich entstandenes Dekorelement, das auch als "Grotten- oder Muschelwerk" bezeichnet wird. Die schnörkel- oder muschelartige Rocaille weist oft Ansätze einer * Riefelung auf. Der "Style rocaille" gab dem Rokoko (Spätbarock) den Namen. Abgeleitet wurde die Rocaille von den als Dekor dienenden natürlichen sowie künstlich hergestellten bizarren Muscheln und Gehäusen von Meeresschnecken in den künstlich angelegten und mit Marmor, Tuff, Kieseln und diversen Steinen ausgekleideten Grotten, wie sie im Manierismus und vor allem im Barock und Spätbarock in Schlossanlagen üblich waren. Beispiele hierfür sind der Grottensaal im Neuen Palais in Potsdam (1765) und die Grotten des Schlosses Hellbrunn nahe Salzburg, die im Auftrag von Markus Sittikus, dem Grafen von Hohenems, angelegt wurden (1612-1619 Erzbischof und Landesfürst von Salzburg).
R. SEDLMAIER, Grundlagen der Rokoko-Ornamente in Frankreich, Straßburg 1917; G. F. KOCH, Die Entwicklung der R.-Dekorationen in den Kirchenbauten Oberbayerns, Diss. Göttingen 1948; H. BAUER, R. Zur Herkunft und zum Wesen eines Ornamentmotivs, Berlin, München 1962; M. M. ROLAND, L'ornement R.: quelques questions, in: Revue de l'art 55, 1982.
|