Rollwerk , Kartuschenwerk, Bezeichnung für eine Zierform mit eingerollten Rändern und Ecken.
Das die Plastizität hebende Rollwerk entwickelte sich durch das Einrollen der Enden von * Spruchbändern und später auch der Kanten und Ecken von * Kartuschen und * Wappenschilden. Sieht man von vereinzelten frühen Beispielen ab, die vor allem in Verbindung mit der * Schule von Fontainebleau zu finden sind, entstanden Rollwerkverzierungen im allgemeinen erst ab etwa 1550. Häufig ist die Dekorform mit dem so genannten * Beschlagwerk kombiniert. Rollwerkdekor war bis zum Ende des Barock beliebt und erlebte im Historismus eine neue Blüte.
Cornelius Floris (1514-1575), der Erbauer des Antwerpener Rathauses, der nicht nur Architekt und Baumeister, sondern auch Bildhauer und Kupferstecher war, trug durch die oftmalige Wiedergabe von Rollwerkverzierungen auf seinen * Ornamentstichen wesentlich zu deren Verbreitung bei. Das Rollwerk ist die wichtigste Zierform des so genannten * Florisstils. Gegen 1590 nahmen die volutenartig gerollten Teile wellige, teigige Formen an, aus denen sich gegen 1620 das * Knorpelwerk entwickelte.
M. DERI, Das R. in der dt. Ornamentik des 16. und 17. Jh., Halle 1905; L. PULVERMACHER, Das R. in der süddt. Skulptur und seine Entwicklung bis um 1620, Straßburg 1931.
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