Romanismus , von der italienischen Renaissance beeinflusste Richtung der europäischen Kunst außerhalb Italiens, besonders die Hauptströmung der niederländischen Malerei, Graphik und Wirkerei des 16. Jh. (speziell die Zeit von 1520-70).
Typisch für den Romanismus ist die Verwendung mythologischer Motive und die Aufnahme des Aktes, verbunden mit einem besonders von den Werken Michelangelos und Raffaels geprägten kraftvollen Figurenstil. Die Vertreter des Romanismus schlossen ihre Ausbildung oft in Italien ab, meist in Rom, Venedig und Florenz, daher auch "Italianisten" genannt. Verbreitung fand der Romanismus vor allem durch graphische Blätter. Als Hauptvertreter des Romanismus gelten M. van Coxie, F. Floris, J. Gossaert, J. S. van Hemessen, M. van Heemskerck, L. Lombard, A. Mor, B. van Orley, P. Pourbus und J. van Scorel.
M. J. FRIEDLÄNDER, Die niederl. Romanisten, Leipzig 1922; F. BAUMGART, Zusammenhänge der niederl. mit der ital. Malerei in der 2. H. 16. Jh., in: Marburger Jahrb. 13, 1944; S. J. HERZOG, J. Gossaert, Diss. Bryn Mawr 1968; Nederlands Kunsthistorisch Jaarboek 37, 1986.
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