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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Saint-Denis , Kreisstadt im Vorortebereich nördlich von Paris (Dep. Seine-Saint-Denis).

474 erbaute man in Saint-Denis über dem Grab des hl. Dionysius, des späteren Schutzpatrons der Könige von Frankreich, eine dreischiffige Kirche. Von Dagobert I. (König 629-639) wurde dort eine Benediktinerabtei gegründet, die unter den Merowingern Grablege der fränkischen Könige war. Auch der Karolinger Karl Martell (688/689-741), mit dem der Aufstieg des Frankenreichs begann, fand dort seine letzte Ruhestätte. Die Abtei Saint-Denis war eines der großen Kunstzentren Karls d. Kahlen, der von 867 bis zu seinem Tod der Abtei als Laienabt angehörte, die er mit Wohltaten förmlich überhäuft haben soll.

Unter Abt Suger (Amtszeit 1122-1151) wurde das Kloster Heimstätte der Geschichtsschreibung der Könige. Das auf sein Betreiben wegen des ständig zunehmenden Pilgerstroms neu erbaute Gotteshaus war die erste gotische Kirche Frankreichs. Die unter Abt Eudes-Clement (1230-45) umgebaute und vergrößerte Kirche diente als Begräbnisstätte der französischen Könige und als Aufbewahrungsort der französischen * Insignien. Während der Französischen Revolution wurden große Teile der Ausstattung und auch der Bausubstanz zerstört. Größtenteils unbeschädigt blieben die königlichen Grabmäler. Besonders bekannt ist auch die aus Saint Denis stammende formvollendete elfenbeinerne Madonna, die sich heute in The Taft Museum in Cincinnati befindet (* Schule von St.-Denis).

The Royal Abbey of S. in the Times of Abbot Suger, Kat. New York 1981; D. v. WINTERFELD, Gedanken zu Sugers Bau in S., in: FS für M. Gosebruch, München 1984; W. JACOBSEN, Die Abteikirche von S. als kunstgeschichtl. Problem, hg. v. H. Atsma, 2 Bde., Sigmaringen 1988; C. RUDOLPH, Artistic Change at St.-Denis. Abbot Suger's Program and the Early Twelfth-Century Controversy over Art, Princeton/N. J. 1990; Le trèsor de S., Kat., Paris 1991; W. B. FOLKESTAD, The Feretory Master of S. An Inquiry into the Constructional Origins of the Gothic, Diss. Washington D. C. 1992.


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