Säkularisation , Beschlagnahme von Kirchenbesitz durch Herrscher oder Staat.
Die erste Säkularisation erfolgte durch Karl Martell, der den Aufstieg der Karolinger und des fränkischen Reichs eingeleitet hatte und seine im Kampf gegen die herrschenden Merowinger loyalen Vasallen mit Kirchengütern belohnte. Im Spätmittelalter wurden unter Hinweis auf die Armutsgesellschaft immer wieder Kirchengüter eingezogen, um die Not der Bevölkerung zu lindern. Säkularisationswellen prägten auch später die Geschichte einzelner Länder, z. B. die Säkularisation im Verlauf der Reformpolitik Kaiser Josef II. (* Josephinismus). Im Gefolge der Säkularisation gelangten viele Kirchenschätze durch Versteigerung in Privatbesitz. Vgl. Säkularisierung.
W. SCHIEDER (Hg.), S. u. Mediatisierung in den vier rhein. Dep. 1803-1813, in: Forsch. zur dt. Sozialgesch. Bd. 5, Boppard a. Rhein 1987; S. ARNDT-BAEREND, Die Klostersäkularisation in München 1802/1803, München 1988; J. KIRMEIER, M. TREML, Glanz u. Ende der alten Klöster. S. im bayer. Oberland 1803, Kat. München 1991.
|