Salome , Tochter der Königin * Herodias und ihres ersten Mannes Philippus, die später die Lebensgefährtin ihres Schwagers * Herodes Antipas wurde, der ein Sohn des für den * Kindermord zu Bethlehem verantwortlichen Königs war.
Weil * Johannes d. Täufer die sündhafte Verbindung der Herodias tadelte, trachtete sie dem Bußprediger nach dem Leben. Vom Tanz der schönen Salome hingerissen, versprach ihr Herodes die Erfüllung eines Wunsches. Angestiftet von ihrer Mutter, forderte Salome den Kopf Johannes d. T. Um vor den Gästen nicht als wortbrüchig zu erscheinen, erfüllte ihr der König den Wunsch und ließ Johannes enthaupten. Die Darstellung Salomes mit dem Haupt des Predigers auf einer Schüssel (* Johannesschüssel) war ein beliebtes Thema der Barockkunst.
Als * Pendantfigur gestaltet wurde oft * Judith mit dem Haupt des * Holofernes. Darstellungen des Salome-Motivs finden sich auch in der Kunst der * Belle Epoque. Die aus dieser Epoche stammenden Kunstwerke zeigen Salome meist beim Tanz, als Verkörperung der * Femme fatale. Die literarische Fassung des Salomestoffes durch O. Wilde wurde 1893 von Richard Strauss als Oper vertont.
N. B. RODNEY, S., in: Bulletin of the Metropolitan Mus. of Art 3, 1953; M. HATZ, Frauengestalten des AT in der bild. Kunst von 1850-1918: Eva, Dalila, Judith, S., Diss. Heidelberg 1972; T. HANSAMANN, Der Tanz der S., Diss. Zürich 1973; K. MERKEL, Darstellungen der S. vom 6. bis ins 18. Jh., Diss. Mainz 1988/89.
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