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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Salzfass . Salz war früher teuer, deshalb wurden Salzbehälter oft kunsthandwerklich sehr aufwendig gestaltet und dienten als Tafelzier.

In alten Inventaren werden sie häufig italienisch * Saliera genannt. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist das 1540-1543 für König Franz I. von Frankreich hergestellte Saliera des italienischen Goldschmieds und Bildhauers Benvenuteo * Cellini (1500-1572), aufbewahrt in der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museum in Wien. Es handelt sich um einen prachtvollen, aus vergoldetem Silber gestalteten und mit * Email verzierten Tafelschmuck. Als Hauptfiguren rundplastisch wiedergegeben sind die das Salz spendenden Gottheiten, der Meergott * Neptun und die römische Erdgöttin * Tellus, der wir das Salz der Erde verdanken.

Häufig Erwähnung findet auch das aus dem Rubens-Nachlass stammende und vom Meister selbst entworfene Saliera in der königlichen Schatzkammer in Stockholm. Das Mittelstück ist vollplastisch aus einer Stoßzahnhohlung gestaltet, stellt den Triumph der * Venus dar und ist eines der populärsten Werke des Barockbildhauers G. Petel. Die aus vergoldetem Silber getriebene, muschelförmige Salzschale und die aus dem gleichen Material gefertigte Bodenplatte mit Standfüßen in Form von Delphinen stammen vom Antwerpener Gold- und Silberschmied Jan Herck. Dem Wert des Inhalts entsprechend, waren Salieren, aber auch * Teebüchsen und Zuckerdosen früher oft versperrbar.

S. FOGELMARCK, Den svenska skattkammarsamlingen, in: En värld i Miniatyr, Skrifter f. Kungl. Husgeradskammaren 2, Katrineholm 1982; M. LEITHE-JASPER, R. DISTELBERGER, Kat. Kunsthist. Mus. Wien I. Teil, Schatzkammer und Slg. für Plastik und Kunstgewerbe, München 1982.


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