Sankt Galler Klosterplan , einzige erhaltene mittelalterliche Architekturzeichnung vor 1200.
Der Widmungsschrift zufolge wurde er von 817-819 nach den Vorschriften der Benediktinerregel erstellt und von Heito, dem Abt der Reichenau, dem Abt Gozbert von St. Gallen (816-837) übermittelt, damit dieser "daran seine Findigkeit übe". Der Klosterbau von St. Gallen wurde von Gozbert 830 begonnen und 837/839 fertiggestellt. Der Plan ist 112 x 77,5 cm groß und besteht aus mehreren mit Darmfäden verbundenen * Pergamenten, auf denen die Linien in * Mennige eingezeichnet sind. Die näheren Erklärungen, die einzelnen Gebäude der Klosteranlage betreffend, befinden sich in insgesamt 340 mit braunschwarzer Tinte verfassten Beischriften.
H. REINHARDT, Der St. Galler Klosterplan, in: 92. Neujahrsblatt d. Hist. Vereins des Kantons St. Gallen, St. Gallen 1952; A. KOTTMANN, Neue Thesen zum St. Galler Klosterplan, Münster 1978; G. BINDING, Köln - Aachen - Reichenau. Bemerkungen zum St. Galler Klosterplan von 817-819, in: Zeitschr. f. Archäologie des MA 9, 1981; K. HECHT, Der St. Galler Klosterplan, Sigmaringen 1983; D. HÄGERMANN, Der St. Galler Klosterplan. Ein Dokument technolog. Innovationen des FrühMA ?, in: Rhein. Vierteljahresblätter 54, 1990; W. JACOBSEN, Der Klosterplan v. St. Gallen und d. karoling. Architektur, Diss. Marburg/Lahn 1981, Berlin 1992.
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