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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Säule , senkrechtes Bauglied mit Stützfunktion.

Die Säule hat meist einen kreisrunden Querschnitt und gliedert sich in * Basis, * Schaft und * Kapitell. Die Bezeichnung dorische, ionische, korinthische Säule stammt von der Form des Kapitells (* Säulenordnung). Zum Unterschied vom * Rundpfeiler, der überall den gleichen Durchmesser hat, weist der Schaft einer Säule eine * Entase (Schwellung) auf, oberhalb derer sich der Säulenschaft etwas verjüngt. Ist die Säule mit senkrechten Einkehlungen versehen, spricht man von einer * Kannelierung. Neben der freistehenden Säule gibt es auch Wandsäulen, die sich in ihrer ganzen Länge nur zum Teil (Viertelsäule, Halbsäule oder Dreiviertelsäule) von der Wand abheben. Wandsäulen mit sehr schlankem Querschnitt werden ebenso als * Dienste bezeichnet wie die schlanken Säulen bei * Bündelpfeilern.

Zu den Säulen-Sonderformen zählen u. a. die romanische * Knotensäule sowie spiralig gewundene so genannte gewendelte Säule (* Salomonica), wie etwa von Drechslern hergestellt (* Wund). Am Schaft einer Säule angebrachte Ringe werden Wirtel genannt. Sie dienen meist dazu, Stoßstellen zu verdecken, wenn eine Säule aus Teilstücken besteht. Säulen waren vor allem in der griechischen und römischen Baukunst gebräuchlich, ebenso in der Renaissance und im Historismus, als Rückbesinnung auf die Antike. Die Architekten und Kunsthandwerker der Neuzeit orientierten sich bei ihren Entwürfen oft an der 25 v. Chr. erschienenen Schrift "De architectura" des Baumeisters * Vitruv und vor allem an dem 1540 erschienenen * Traktat des italienischen Baumeisters und Architekturtheoretikers Sebastiano Serlio über die antiken * Säulenordnungen.

E. FORSSMAN, Dorisch, Ionisch, Korinthisch, Stockholm, Göteborg, Uppsala 1967; R. CHITHAM, Die Säulenordnung der Antike u. ihre Anwendung in der Architektur, Stuttgart 1987.


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