Schlüsselübergabe an Petrus . Die Darstellung der feierlichen Überreichung eines Schlüssels bezieht sich auf die Vollmacht, zu lösen und zu binden (Matthäus 16, 19: "Dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben. Was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein im Himmel, und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein im Himmel".)
Diese Vollmacht wurde in weiterer Folge auf den Kreis der Jünger und den Klerus übertragen (* Binde-und-Löse-Schlüssel). In der Bildenden Kunst bezeichnet man die feierliche Schlüsselübergabe an Petrus auch mit dem Terminus "Donatio clavis". In der frühchristlichen Kunst wird die Bedeutung des Lösens und Bindens durch die * Gesetzesübergabe dargestellt, etwa in Apsiden (Apsismosaik von S. Constanza, Rom, 2. Hälfte 4. Jh.) und später auch auf Sarkophagen. Als selbständiges Motiv ist die Schlüsselübergabe erst seit dem späten 15. Jh. üblich. Ein sehr frühes Beispiel für das Motiv der Schlüsselübergabe findet sich in dem * Evangeliar Heirichs III. (1043/46).
H. SACHS, E. BADSTÜBNER, H. NEUMANN, Erklärendes Wörterbuch zur christlichen Kunst, Hanau o. J.
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