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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Schöne Madonna , dem so genannten * weichen Stil zugezählter Madonnentyp vom Beginn 15. Jahrhundert.

Der Terminus Schöne Madonna wird sowohl W. Pinder (1923) als auch A. Stix zugeschrieben, der bereits 1918 einen "Meister der Schönen Madonna" in die Kunstliteratur einführte. Seine These, wonach es sich um einen einzelnen Künstler handelte, der auf seiner Wanderschaft in zahlreiche Gebiete gelangte (Rheinland, Deutschordensland, böhmisch-österreichisches Gebiet), wird heute allerdings bezweifelt. Schöne Madonnen sind fast während des ganzen 15. Jh. entstanden. Bei der Gestaltungsart ist die * Muttergottes stehend wiedergegeben, das * Jesuskind auf dem Arm haltend.

Charakteristisch ist ihr höfisches, edles Antlitz mit hoher Stirn, das jugendlichen Liebreiz ausstrahlt. Das Gewand ist mit elegantem Faltenwurf und weichen * Schüsselfalten (Muldenfalten) harmonisch gestaltet. Frühe Beispiele bestehen aus Kalksandstein und sind zart bemalt. Vorbildcharakter bei der Entstehung der Schönen Madonna hatten wohl die 112 cm große so genannte Krumauer Madonna (Kunsthistorisches Museum Wien) aus Krumau (Cesky Krumlov) in Böhmen und die Thorner Madonna aus dem polnischen Torun (dt. Thorn). Großer Verehrung erfreute sich auch das Gnadenbild der Schönen Madonna von Salzburg.

W. PINDER, Zum Problem der "S." um 1400, in: Jahrb. der Preußischen Kunstsammlungen 44, Berlin 1923; A. FEULNER, Der Meister der S., in: Zeitschr. für Kunstwissenschaft 10, 1943; M. HARTIG, Die "S." von Salzburg als Gnadenbild und ihr Verbreitungsgebiet, in: Das Münster 1, 1947/48; K. H. CLASEN, Die "S.", ihr Meister und seine Nachfolger, Königstein i. T. 1951; F. HOLBÖCK, Theologischer Hintergrund und theologische Aussage der "S.", in: Schöne Madonnen 1350-1450, Ausstellungskat. Salzburg Domoratorien, Salzburg 1965, 4. Aufl. S. 45-56; K. H. CLASEN, Der Meister der S., Herkunft, Entfaltung, Umkreis, Berlin, New York 1974; P. HAWEL, S. Meisterwerke got. Kunst, Würzburg 1984; H. MÖBIUS, S. und Weiblichkeitsdiskurs im SpätMA, in: Frauen, Kunst, Wissenschaft, Rundbrief H. 12, 1991, S. 7-16.


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