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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Schraubmedaillen , Schraubmünzen, Schraubtaler, Hochzeitstaler, Bezeichnung für Münzen oder Medaillen, die vom Rand her, parallel zu * Avers und * Revers, auseinandergesägt und auf der Drehbank hohl gedreht wurden.

Die Kopfseite (Avers) dient als Deckel und kann mit einem Innengewinde auf die als Behälter ausgebildete Rückseite (Revers) aufgeschraubt werden. Meist waren zwei gleiche Münzen für die Herstellung erforderlich, wobei von einer Münze der * Avers und von der anderen der * Revers Verwendung fand. Es gibt auch Exemplare, bei denen sich der Deckel wie ein Dosendeckel aufstecken lässt (Steckmedaillen) oder die mit einem kleinen Scharnier versehen sind und sich wie eine Dose öffnen lassen. Im Inneren der Schraubmedaillen werden kleine in Miniaturmalerei hergestellte Bildchen verwahrt. Dies können * Porträts von Brautleuten ebenso sein wie durch Stege verbundene runde, ziehharmonikaförmig zusammengelegte Blätter, bei denen Darstellungen und Textstellen abwechseln. Bei den Blättern handelt es sich meist um kolorierte * Kupferstiche mit der Dokumentation von Schlachten oder Friedensverträgen (Napoleonische Kriege, Westfälischer Friede etc.), Darstellungen von Hungersnöten usw.

Seit dem 17. Jh. waren auch so genannte * Verwandlungsbilder gebräuchlich, bei denen auf * Pergament gemalte Figuren mit verschiedenen * Kleidungsstücken versehen werden können. Die Gewandung wurde zu dem Zweck mit * Gouachefarben auf * Frauenglas gemalt. Die Kleidungsstücke sind aufeinander abgestimmt und können durch Übereinanderlegen der durchsichtigen Glimmerblättchen kombiniert werden, wobei die nicht bekleideten Teile der Figur (Kopf und Hände) immer zu sehen sind. Für solche Verwandlungsbilder wurden auch kleine Schraubdosen von der Größe eines * Talers aus Elfenbein gedrechselt.

H. CLAUSS, Der Schraubtaler und seine Geschichte, in: Mitt. der Bayer. Numismat. Ges., München 1913, S. 1-45; E. v. PHILIPPOVICH, Schraubmünzen, in: Kuriositäten, Antiquitäten, Braunschweig 1966, S. 259-263; G. FÖRSCHNER, Kleinkunst in Silber. Schraubtaler und S. des Münzkabinetts Hist. Mus. Frankfurt/M., in: Kleine Schriften des Historischen Museums Frankfurt/M., Bd. 10, Frankfurt 1978; R. SIMMERMACHER, Schraub- u. Steckmedaillen aus 3 Jh. Slg. bedeutender Stücke mit Miniaturmalereien u. Glimmereinlagen zu verschiedenen Themen, Kat. Kunsthandel u. Antiquariat, Zürich 1981; H. MAUÉ, L. VEIT, Münzen in Brauch und Aberglauben. Zur 100-Jahrfeier des Vereins für Münzkunde Nürnberg, Kat. German. Nationalmus., Nürnberg 1982, S. 136.


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