Schreinmadonna , seit dem 13. Jahrhundert bekannte * Schreinfigur in Form einer stehenden, meist aus Holz oder Elfenbein geschnitzten Madonna, die auf einem Arm das Jesuskind sowie in der anderen Hand oft einen Apfel hält und deren Kleid sich der Länge nach in der Mitte wie ein Schrein öffnen lässt.
Erhalten sind ca. 40 Schreinmadonnen, wobei die ältesten Beispiele aus Frankreich stammen. Auch in Deutschland, Skandinavien und Spanien wurden Schreinmadonnen hergestellt. Auf den Innenseiten finden sich in Form einer Bemalung oder, bei späteren Beispielen, als Relief ausgeführte Darstellungen aus dem Leben Jesu oder Marias, oder der * Dreifaltigkeit (manchmal in Form des * Gnadenstuhls), oder von Gruppen schutzsuchender Menschen. Bei der letzten Version handelt es sich um eine Form der * Schutzmantelmadonna, die sich vor allem im Deutschordensgebiet großer Beliebtheit erfreute, da Maria als Ordenspatronin verehrt wurde. Eine nicht erhaltene Sonderform waren die "Vierges tabernacles", zur Aufbewahrung der * konsekrierten * Hostie.
Y. HIRN, The Sacred Shrine, London 1912 (Reprint 1958); H. CASPARY, Das Sakramentstabernakel ..., Diss. München 1964; R. KROOS, "Gotes tabernackel", Zu Funktion und Interpretation von Schreinmadonnen, "Nobile claret opus", Festgabe für Frau Prof. Dr. E. J. Beer zum 60. Geburtstag, in: Zeitschr. f. Schweizer. Archäologie und Kunstgesch. 43, H. 1, 1986; G. RADLER, S., Diss. Frankfurt/M. 1987; 800 Jahre Dt. Orden, Kat. Gütersloh, München 1990.
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