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Das grosse Kunstlexikon von P.W. Hartmann

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Schriftband , Spruchband, Banderole.

Die in der Bildenden Kunst seit dem 11. Jh. gebräuchlichen Schriftbänder werden entweder von Personen in Händen gehalten oder schweben frei im Raum. Die Schriftband-Texte können sich auf die das Spruchband haltende Figur oder auf das Gesamtmotiv beziehen. Kurze schriftliche Erklärungen werden als * Devise, längere als * Legende bezeichnet. Die Enden der flatternden Banderolen sind oft mit einem schwalbenschwanzförmigen Einschnitt versehen, dekorativ eingerollt und bildeten so die erste Ausführung des * Rollwerks.

Schriftbänder kombinieren sprachliche Elemente mit der Bildkunst und übermitteln Botschaften. Besonders häufig sind Schriftbänder bei der Darstellung der * Verkündigung. Sie geben die Worte des Erzengels Gabriel und die Antwort Marias wieder (* Annuntiatio). Seit der Renaissance sind außer dem Schriftband auch beschriftete * Kartuschen gebräuchlich. Beide Formen finden sich sowohl in der * Plastik als auch auf Gemälden und in der * Graphik (auf alten Landkarten und * Veduten). Die Schriftbänder sind die Vorläufer der "Sprechblasen" zeitgenössischer gezeichneter Bildfolgen (* Comics).


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